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Nato-Pläne zur Logistik
In der Praxis unbrauchbar

FOTO: Robby Lorenz / SZ
Die Nato steht sozusagen vor den Überresten der Entspannungspolitik. Seit dem Zusammenbruch des Eisernen Vorhangs war nicht nur Abrüstung das Gebot der Stunde, auch die Investitionen in die militärische Infrastruktur wurden so zurückgefahren, dass die Truppe heute zwar mit Hochgeschwindigkeitszügen binnen Stunden durch Europa fahren könnte – die Panzer aber müssten stehenbleiben.

Nun soll es das neue Logistik- und Transport-Kommando richten. Das klingt gut. Ob es funktionieren kann, weiß niemand. Denn wie reagieren Bund, Land und Kommunen, wenn die Allianz verlangt, dass eine Flussbrücke nicht wie geplant gebaut werden darf, sondern zusätzliche Millionen für eine erhöhte Tragfähigkeit nötig sind? Formell sind dafür die Mitgliedstaaten zuständig. Wie jedoch die überschuldeten deutschen Kommunen zusätzliche Gelder für bessere Brücken, belastbare Straßen und Schienen aufbringen sollen, ist nicht erkennbar. Ganz zu schweigen von der Frage, wie die Kompetenzen künftig geordnet sein werden. Darf ein Nato-Kommandeur dem Verkehrsministerium oder dem örtlichen Bauamt vorschreiben, wie die ihre Autobahnen und Übergänge zu gestalten haben? Der Nato-Beschluss ist richtig, aber in der Praxis noch weitgehend unbrauchbar.