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Immer weniger Deutsche in regulären Jobs

Frankfurt/Saarbrücken. Befristete Arbeitsverträge, häufig schlecht bezahlte Teilzeit- und Leiharbeit: So sieht für immer mehr Beschäftigte in Deutschland die Arbeitswelt aus. Nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes ist der Anteil "klassischer" Beschäftigung in den vergangenen zehn Jahren deutlich gesunken

Frankfurt/Saarbrücken. Befristete Arbeitsverträge, häufig schlecht bezahlte Teilzeit- und Leiharbeit: So sieht für immer mehr Beschäftigte in Deutschland die Arbeitswelt aus. Nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes ist der Anteil "klassischer" Beschäftigung in den vergangenen zehn Jahren deutlich gesunken. 2008 hatten 66,0 Prozent aller Erwerbstätigen einen unbefristeten, sozialversicherungspflichtigen Arbeitsvertrag mit über 20 Wochenstunden. Zehn Jahre zuvor lag der Anteil noch bei 72,6 Prozent. Insgesamt stieg die Zahl aller abhängig Beschäftigten in diesem Zeitraum zwar deutlich, 2008 gab es aber etwas weniger Normalarbeitsverhältnisse als 1998. Dies gilt auch für das Saarland: Die Zahl der abhängig Beschäftigten erhöhte sich hier binnen zehn Jahren von 348 000 auf 374 000 (plus 7,5 Prozent, Bund: plus 5,7). Dabei nahm die Zahl der befristet, Teilzeit- oder geringfügig Beschäftigten im Vergleich zu 1998 von 68 000 auf 102 000 zu (plus 50 Prozent, Bund: plus 38,5), die der normalen Arbeitsverhältnisse sank von 280 000 auf 272 000 (minus 2,9 Prozent, Bund: minus 1,6). Die Leiharbeiter verdienten bundesweit im Schnitt mit 9,71 Euro in der Stunde deutlich weniger als "klassische" Angestellte mit 18,04 Euro. Im kommenden Aufschwung könnte sich ihre Zahl auf 2,5 Millionen verfünffachen, fürchtet die IG Metall. Die Arbeitgeber setzten Leiharbeiter zunehmend als dauerhaften Ersatz für die Stammbelegschaften ein und unterliefen so Tarifverträge. Die Bundesregierung berief derweil eine Mindestlohn-Kommission unter der Leitung des früheren Hamburger Bürgermeisters Klaus von Dohnanyi (SPD). Das Gremium soll Branchen mit einer geringen Tarifbindung beobachten und Vorschläge für Lohnuntergrenzen machen. dpa/dki