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Export wirkt
IHK erwartet Top-Jahr für die Saar-Wirtschaft

Saarbrücken. Der anhaltende Boom der Weltwirtschaft kommt im Saarland an. Die IHK erwartet im kommenden Jahr hier mehr Wachstum, dank des Exports. Von Thomas Sponticcia und Lothar Warscheid
Thomas Sponticcia

Die Saarländer können sich auf ein wirtschaftlich gutes Jahr 2018 einstellen. Davon gehen der Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) Hanno Dornseifer und Hauptgeschäftsführer Heino Klingen aus, wie sie im Gespräch mit der Saarbrücker Zeitung erklärten. „Alle weltweiten Märkte, auf denen die saarländischen Unternehmen ihre Produkte und Dienstleistungen verkaufen, sind im Aufschwung“, so Klingen. Vor allem die Lage in Europa habe sich deutlich erholt, sogar in Griechenland. Die Kammer rechnet damit, dass der bereits 2016 erzielte Exportrekord 2017 noch übertroffen werden kann.


Während für 2018 in Europa ein Wachstum von bis zu 2,5 Prozent und für Deutschland von 2,2 Prozent prognostiziert wird, könne man an der Saar immerhin mit einem Plus von 1,5 Prozent rechnen gegenüber nur rund einem Prozent in diesem Jahr und Nullwachstum im Jahr 2016. Es zeichne sich schon ab, „dass sich der Aufschwung an der Saar weiter beschleunigt. Die Saarwirtschaft profitiert vor allem von dem hohen Anteil an Industriebetrieben, was immer dann von Vorteil ist, wenn die Weltwirtschaft floriert und die Unternehmen in Deutschland mehr investieren“, so der Hauptgeschäftsführer der Kammer. Diese sieht die  Autoindustrie in einer guten Verfassung. Die Markteinführung des neuen Ford Focus 2018 werde zur weiteren Absicherung des Werkes Saarlouis und der Zulieferer beitragen.

 Auch auf die Herausforderungen der kommenden Jahre sei man im Saarland  gut vorbereitet. Gerade im Bereich autonomes Fahren könne sich das Saarland eine besondere Kompetenz erwerben. So seien wegen der Kleinheit des Landes Politik, Autohersteller, Zulieferer, Hochschulen und Forschungsinsititute besonders gut miteinander vernetzt. Diesen Standortvorteil müsse das Land ausbauen, sich  um mehr Forschungs- und Entwicklungsaufträge aus deutschen Firmenzentralen bemühen. Generell erhofft sich die IHK künftig mehr Beachtung aus Deutschland und dem Ausland  durch die Ansiedlung des Helmholtz-Zentrums für Cybersicherheit, das größte dieser Art weltweit. Dornseifer und Klingen erwarten davon eine Sogwirkung, die zur Ansiedlung weiterer Unternehmen der Informationstechnologie (IT) führen könne,  sowie Neugründungen aus der Uni heraus (Start-Up).



Um dies zu ermöglichen, müsse die Landesregierung 2018 „die überdurchschnittlich hohen Standortkosten senken“, fordert die Kammer. Das betreffe besonders die Gewerbe-  und Grunderwerbssteuer sowie die Umweltgebühren. Unternehmerische Investitionen müssten sich an der Saar genauso rechnen wie anderswo in Deutschland.