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Kommentar
Höchste Zeit für Aufklärung

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Nicht nur auf Malta, auch in der Slowakei ist erst vor wenigen Wochen ein kritischer Journalist ermordet worden. In beiden Fällen ging es um Journalisten, die zu Steuerbetrug, zwielichtigen Unternehmern und ihren Verbindungen in die Politik recherchierten. Von Joachim Wollschläger
Joachim Wollschläger

Gerade wegen dieser politischen Brisanz ist es geboten, die Aufklärung dieser Morde mit Hochdruck voranzutreiben. Doch die Bilanz ein halbes Jahr nach dem Malta-Mord ist ernüchternd. Schlampige Ermittlungen, keine tiefere Untersuchung des Falls, Pannen bei der Beweisaufnahme. Gerade einmal die Mordschergen werden, so scheint es, vor Gericht gestellt. Die Hintermänner bleiben außen vor. Und so, so der Eindruck, soll es auch bleiben.


Journalisten-Morde sind besonders sensibel, denn mit ihnen wird die politische Grundordnung, die freie Meinungsäußerung gewährleistet, ausgehebelt. In vielen autokratischen Staaten ist das an der Tagesordnung, dass es solche Vorgänge auch in der EU gibt, ist erschreckend.