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HIV
Verband warnt vor Sorglosigkeit im Sexualleben

Sie können Schutz vor Geschlechtskrankheiten bieten: Kondome (Symbolbild)
Sie können Schutz vor Geschlechtskrankheiten bieten: Kondome (Symbolbild) FOTO: dpa / Oliver Berg
Berlin. Mehr als jeder vierte Erwachsene in Deutschland hat schon einmal ungeschützten Sex mit einer Zufallsbekanntschaft gehabt. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage hervor, die vom Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV) anlässlich des Welt-Aids-Tags am Samstag in Auftrag gegeben wurde. Von Stefan Vetter

Demnach machten insgesamt 26 Prozent der Bundesbürger über 18 Jahren entsprechende Angaben. Unter den Männern sind es sogar 33 Prozent und bei den Frauen 20 Prozent. Der Chef des PKV-Verbandes, Uwe Laue, sprach von einem alarmierenden Ergebnis. „Es zeigt, dass wir in der Aufklärungsarbeit kein bisschen nachlassen dürfen“, sagte er unserer Redaktion. Offenkundig hätten Meldungen über neu entwickelte Medikamente für HIV-Infizierte und Aids-Kranke „zu einer Art neuer Sorglosigkeit im Umgang mit der Infektion geführt“, so Laue. „Trotz aller medizinischen Fortschritte ist Aids aber nach wie vor eine unheilbare Krankheit, die mit großem menschlichen Leid verbunden ist“, warnte der Verbandschef. Der Umfrage zufolge sind allerdings auch knapp 80 Prozent der Erwachsenen dafür, dass eine Aufklärung über HIV und andere Geschlechtskrankheiten schon in der Schule stattfinden sollte.


Nach den aktuellen Zahlen des Robert-Koch-Instituts (RKI) haben sich im vergangenen Jahr 2700 Menschen in Deutschland mit HIV angesteckt. Damit ist die Zahl der Neuinfektionen leicht rückläufig. Im Jahr 2016 waren es noch 2900. Die Zahl der Menschen, die sich mit HIV infiziert haben, aber noch nicht entsprechend diagnostiziert wurden, ist nach den Schätzungen des RKI dagegen leicht im Aufwind. Für das Jahr 2017 geht man von 11 400 Fällen aus. Das sind 600 mehr als im Jahr 2011.

Seit geraumer Zeit beobachtet das RKI auch einen kontinuierlichen Zuwachs bei Syphilis-Infektionen. Im vergangenen Jahr wurden knapp 7500 Fälle der sexuell übertragbaren Krankheit gemeldet. Das waren 4,2 Prozent mehr als im Jahr davor. Die Experten vermuten, dass diese Entwicklung mit einem häufigeren Kondom-Verzicht beim Geschlechtsverkehr unter Männern zu tun haben könnte.



Die Umfrage des Insa-Instituts im Auftrag der PKV wurde in der zweiten Novemberhälfte durchgeführt und basiert auf den Angaben von 2062 Bundesbürgern im Alter ab 18 Jahren.