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Syrien
Hilfe erreicht Ost-Ghuta nur teilweise

Damaskus. Ein UN-Konvoi kommt in das syrische Kampfgebiet – allerdings ohne Medikamente.

Erstmals seit der Eskalation der Gewalt im belagerten Ost-Ghuta hat eine große Hilfslieferung die syrische Region erreicht. Einige lebensrettende medizinische Produkte allerdings ließ die syrische Regierung nicht durch.


Ein Konvoi aus Dutzenden Lastwagen sei gestern in das heftig umkämpfte Gebiet bei Damaskus nahe der Stadt Duma eingefahren, sagte eine Sprecherin des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz. Die Lieferung besteht nach UN-Angaben unter anderem aus Nahrung für 27 500 Menschen.

Viele medizinische Güter mussten auf Druck der syrischen Regierung aus der Lieferung genommen werden, hieß es. Sie durften auch nicht durch andere Gegenstände ersetzt werden. Dadurch seien drei der 46 Lastwagen, die am Morgen losgefahren waren, fast leer gewesen. Der Weltgesundheitsorganisation WHO zufolge waren unter den blockierten Hilfsgütern das gesamte Material für die Behandlung von Verletzungen und für Operationen sowie Insulin und andere Dialyse-Artikel.



Ost-Ghuta vor den Toren der Hauptstadt Damaskus hat seit Mitte Februar die heftigsten Luftangriffe der Regierung seit Beginn des Syrienkrieges 2011 erlebt. Auch gestern gingen die Bombardements weiter: Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte wurden mindestens 46 Menschen getötet – wenigstens 190 wurden verletzt. Mehr als 660 Zivilisten starben demnach bisher durch Beschuss. Tausende wurden verletzt und sind auf medizinische Versorgung angewiesen.

UN-Generalsekretär Antonio Guterres hatte die Lage in Ost-Ghuta als „Hölle auf Erden“ bezeichnet. Bewohner berichteten, es fehle an Essen, Wasser und Strom. In dem seit 2013 von der Regierung belagerten Ost-Ghuta sollen etwa 400 000 Menschen eingeschlossen sein.

Am Wochenende verschärften sich auch die Bodenkämpfe in der Region. Die Forderung des UN-Sicherheitsrates nach einer 30 Tage langen Waffenruhe für Syrien zeigte bislang kaum Wirkung. Der Beobachtungsstelle zufolge konnten die Streitkräfte von Präsident Baschar al-Assad etwa 35 Prozent des Rebellengebietes im Osten erobern. In den kommenden Tagen sollen weitere Hilfslieferungen nach Ost-Ghuta folgen. „Die UN und ihre Partner haben die Genehmigung erhalten, Hilfe für 70 000 Menschen in Not zu liefern“, erklärte die Uno.