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Neuer Bürgermeister stellt klar
Herxheimer „Hitler-Glocke“ soll hängen bleiben

Die umstrittene „Hitler-Glocke“.
Die umstrittene „Hitler-Glocke“. FOTO: Uwe Anspach / dpa
Herxheim am Berg. (epd) Der neue Bürgermeister von Herxheim, Georg Welker (parteilos), will die umstrittene „Hitler-Glocke“ im Turm der protestantischen Jakobskirche hängen lassen.

Der neue Bürgermeister von Herxheim, Georg Welker (parteilos), will die umstrittene „Hitler-Glocke“ im Turm der protestantischen Jakobskirche hängen lassen. Wenn in einem in Kürze vorliegenden Gutachten keine „massiven Argumente“ dagegen sprächen, werde er sich für den Verbleib starkmachen, sagte der Pfarrer im Ruhestand gestern. Im Läuten der Glocke höre er nicht Adolf Hitler, wie Befürworter des Abhängens erklärten. Es erinnere ihn vielmehr an Menschen, die unter dem Nationalsozialismus gelitten hätten. „Ich habe Leute beerdigt, denen gesagt wurde: Wenn ihr nicht austretet aus der Kirche, bekommt ihr keine Arbeit“, sagte Welker. Gerade deshalb sei die Glocke in der Kirche viel besser aufgehoben als in einem Museum.


Welkers Vorgänger Ronald Becker (Freie Wähler) war nach teils heftiger Kritik an seinen Äußerungen zur Glocke im September zurückgetreten. Die 1934 gegossene Glocke in Herxheim am Berg trägt ein Hakenkreuz und die Aufschrift „Alles fuer’s Vaterland. Adolf Hitler“.