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Hanseatische Begeisterung für Olympia

Frankfurt. Kurze Wege, zentrale Wettkampfstätten, und alle Bauten sollen später sinnvoll genutzt werden – mit diesem Konzept soll Hamburg um Olympia 2024 kämpfen. Das DOSB-Präsidium schenkt der Stadt sein Vertrauen. Peer Lasse Korffund Christoph Stukenbrock (sid)

Hamburg setzt bei seiner Bewerbung um die Olympischen Spiele 2024 auf einen Mix aus hanseatischer Bodenständigkeit und maritimem Flair. Der Rückhalt in der Stadt für das Konzept scheint groß, die Euphorie wächst von Tag zu Tag - auch deshalb dürfte das Pendel am Ende zugunsten der Elb-Metropole ausgeschlagen haben. Das Präsidium des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) sprach sich gestern in Frankfurt für Hamburg als Bewerber aus. Berlin hatte das Nachsehen. Wenn die Außerordentliche Mitgliederversammlung des DOSB am Samstag der Empfehlung folgt, steht nur noch ein Bürgervotum aus, um Hamburg endgültig zum Olympia-Kandidaten zu machen.

"Hamburg bietet ein faszinierendes und kompaktes Olympia-Konzept", sagte DOSB-Präsident Alfons Hörmann gestern. "Diese Olympia-Bewerbung ist ein Projekt von ganz Deutschland. Packen wir's an." Mit Jubelschreien nahmen Hamburger Olympia-Unterstützer um Sportsenator Michael Neumann (SPD ) die Entscheidung auf. "Die Arbeit hat sich gelohnt", sagte Neumann. Die SPD-Regierung ist überzeugt, dass Hamburgs Konzept für die Spiele 2024 gegen internationale Konkurrenz bestehen kann. Bürgermeister Olaf Scholz verspricht ein Fest "frei von jedem Gigantismus". In Fragen der Nachhaltigkeit soll Hamburg gar beispielgebend sein für den neuen Weg des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), sämtliche Sportstätten sollen auch nach den Spielen sinnvoll genutzt werden.

Die Hansestadt will die größte Sportveranstaltung der Welt als Motor für die Stadtentwicklung einsetzen. Auf dem Kleinen Grasbrook, gegenwärtig eine Industriefläche des Hafens, soll das Herz des Olympiageländes mit dem Olympiastadion für 70 000 Zuschauer entstehen, anliegend das Athletendorf. Hamburg wirbt damit, dass daraus nach dem Ende der Wettkämpfe ein neuer Stadtteil entstehen würde. Nahezu alle weiteren Sportstätten seien von dort aus für Zuschauer und Athleten innerhalb von 30 Minuten "zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreichbar", sagte Sportsenator Neumann. Neu gebaut werden müssten fünf Arenen.

Der Entscheidung der Bürger im September können die Hamburger Macher optimistisch entgegenblicken. Die Zustimmung in der Hansestadt lag zuletzt in einer Umfrage bei 64 Prozent. Allerdings gab es auch kritische Stimmen, von der Initiative NOlympia etwa. Und auch die Grünen, künftig wohl Regierungspartner an der Seite der SPD , fordern mehr Kostentransparenz ein. Die SPD verwies bisher darauf, dass eine aussagekräftige Kalkulation erst möglich sei, wenn sich der DOSB offiziell für Hamburg als deutsche Bewerberstadt entschieden hat. Dann kann es damit jetzt also losgehen.

Womöglich ist 2024 aber erst ein Testlauf für eine weitere Bewerbung vier Jahre später, denn die Chancen auf einen Zuschlag im ersten Versuch sind eher gering. Zum einen ist die internationale Konkurrenz groß. Außerdem wird 2024 mit großer Wahrscheinlichkeit die Fußball-EM in Deutschland stattfinden. Ein weiteres Großereignis wäre den IOC-Wahlmännern wohl schwer zu vermitteln.

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Hintergrund Olympia-Check Hamburg : Einwohner: 1 746 342Schulden: 25,470 Milliarden EuroTouristen/Jahr: 5,8 Mio.Sportliche Großveranstaltungen: Fußball-WM 2006, Triathlon-WM 2007, Hamburg-Marathon, Tennis-Turnier am RothenbaumGeplante Wettkampfstätten: Zentrum der Spiele wäre der Kleine Grasbrook - eine Elbinsel, die derzeit in Hafennutzung ist; Olympisches Dorf (muss errichtet werden): Im Olympia-Park auf dem Kleinen Grasbrook; Olympiastadion: Kleiner Grasbrook, 70 000 Plätze (in Planung); Olympia-Park auf dem Kleinen Grasbrook (zu errichten).Nach den Spielen: Umrüstung des Olympiageländes zu einem neuen Stadtteil, der "Olympic-City"; Olympia-Halle: Kreuzfahrtterminal; Olympiastadion: Rückbau auf 20 000 Plätze und Nutzung für Kultur- und Sport-Events; Olympisches Dorf: 3000 Wohnungen, ein Drittel davon sozial gefördert. sid