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Hamburg ist besserer Bewerber


Meinung:

Hamburg ist besserer Bewerber

Von SZ-KorrespondentWerner Kolhoff

Gewiss geht in Berlin die Welt jetzt nicht unter. Die Hauptstadt will die Olympischen Spiele nicht wirklich, und sie braucht sie auch nicht wirklich. Die Frage ist zudem, ob sie sie überhaupt bewältigt hätte. Die Stadt hat deutliche Wachstumsprobleme. 40 000 Menschen pro Jahr zusätzlich, da geht es drunter und drüber auf dem Wohnungsmarkt, bei der Stadtplanung, im Verkehr. Die politischen Strukturen und handelnden Personen sind nicht gerade von einer Qualität, dass man erwarten könnte, problemlos auch noch ein solches internationales Mega-Event zu stemmen.

In Hamburg hingegen ist alles ruhiger, professioneller, auch reicher. Die Stadt könnte zum Schauplatz maritimer, sympathischer, nachhaltiger und bescheidener Spiele werden. Könnte. Ob sie 2028 eine Chance hat - 2024 ist jeder deutsche Bewerber nur Zählkandidat - hängt davon ab, ob das Internationale Olympische Komitee das überdrehte Event bis dahin wie versprochen zurückfährt auf seine sportlichen Wurzeln. Dafür wäre Hamburg ideal. Doch weil das IOC ist, wie es ist, ist Skepsis über die Erfolgsaussichten der Elbestadt mehr als angebracht.