| 20:44 Uhr

Berlin
Gesichtserkennungs-Test geht weiter

Innenminister Thomas 
de Maizière
Innenminister Thomas de Maizière FOTO: dpa / Markus Schreiber
Berlin. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hat eine positive Bilanz des Pilotprojekts zur automatisierten Gesichtserkennung am Berliner Bahnhof Südkreuz gezogen. Der ursprünglich bis Ende Januar 2018 angesetzte Testlauf soll daher um sechs Monate verlängert werden, kündigte de Maizière am Freitag an.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hat eine positive Bilanz des Pilotprojekts zur automatisierten Gesichtserkennung am Berliner Bahnhof Südkreuz gezogen. Der ursprünglich bis Ende Januar 2018 angesetzte Testlauf soll daher um sechs Monate verlängert werden, kündigte de Maizière am Freitag an.


In der ersten Phase seit August wurde die Gesichtserkennung nur an Freiwilligen getestet, deren Porträtfotos zuvor in eine Datenbank eingepflegt worden waren. „Bei 70 Prozent und mehr haben wir eine positive Erkennung der Gesuchten – das ist ein sehr guter Wert“, sagte der Innenminister. Die Zwischenergebnisse versprechen seiner Ansicht nach „einen erheblichen Mehrwert für die Fahndung nach Terroristen und Schwerverbrechern“.

Im polizeilichen Alltag seien die Fahndungsfotos aber in der Regel deutlich unschärfer als diese Porträts, sagte de Maizière. Deswegen werde nun in der zweiten Phase getestet, wie gut das automatisierte Verfahren mit qualitativ minderwertigen Fotos funktioniert. Bei einem positiven Endergebnis sei auch eine flächendeckende Einführung der automatisierten Gesichtserkennung im Bereich des Innenministeriums denkbar, also auf Bahnhöfen und Flughäfen, so der Minister.



Der Deutsche Anwaltverein (DAV) äußerte Bedenken an der Rechtmäßigkeit des Pilotprojekts. „Wenn massenhaft Gesichter von unbescholtenen Bürgerinnen und Bürgern an Bahnhöfen gescannt werden, dann greift der Staat schwerwiegend in Grundrechte ein“, kritisierte der Verein.