Wir möchten auf unserer Webseite Cookies und pseudonyme Analysetechniken auch unserer Dienstleister verwenden, um diesen Internetauftritt möglichst benutzerfreundlich zu gestalten.

Außerdem möchten wir und unsere Dienstleister damit die Besuche auf unserer Webseite auswerten (Webtracking), um unsere Webseite optimal auf Ihre Bedürfnisse anzupassen und um Ihnen auf unserer Webseite sowie auch auf Webseiten in verbundenen Werbenetzwerken möglichst interessante Angebote anzeigen zu können (Retargeting).

Wenn Sie dieses Banner anklicken bzw. bestätigen, erklären Sie sich damit jederzeit widerruflich einverstanden (Art. 6 Abs.1 a DSGVO).

Weitere Informationen, auch zu Ihrem jederzeitigen Widerrufsrecht, finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen.

| 21:14 Uhr

Thema Einwanderung ist Knackpunkt
Gesetz für Ende des „Shutdowns“ ist nur Übergangslösung

Washington. Nach 69 Stunden ist der Stillstand der US-Regierung vorerst beendet. Doch nun muss eine Übereinkunft der Parteien zum Thema Einwanderung her.

(dpa) Nach tagelangen zähen Verhandlungen haben Republikaner und Demokraten in den USA einen Kompromiss gefunden und den Stillstand der Regierung beendet – das eigentliche Problem damit aber nur vertagt. Der Kongress verabschiedete am Montag (Ortszeit) einen weiteren Übergangshaushalt, der die Finanzierung der Regierung bis zum 8. Februar sicherstellt. Beide Seiten wollen außerdem weiter über ein Einwanderungspaket verhandeln.

Der republikanische Mehrheitsführer Mitch McConnell und der demokratische Oppositionsführer Charles Schumer einigten sich am Montag auf einen Deal: Die Demokraten stimmen der Aufhebung des „Shutdown“ zu, dafür stellte ihnen McConnell in Aussicht, in den nächsten Wochen eine Lösung für ein Schutzprogramm für mehrere hunderttausend Einwanderer voranzutreiben.

Präsident Donald Trump hegte gestern aber bereits Zweifel, ob es bis zum 8. Februar gelingen werde, eine Übereinkunft zu finden. Niemand wisse genau, ob sich Republikaner und Demokraten bis dahin einigen könnten, schrieb Trump auf Twitter. Aber jeder werde es versuchen, und dabei werde es einen „großen zusätzlichen Fokus“ auf das Militär und die Grenzsicherheit geben.

Hintergrund des „Shutdown“ war Geldmangel, weil eine Schuldenobergrenze erreicht wurde und der Senat sich in der vergangenen Woche nicht auf einen Übergangshaushalt einigen konnte. Damit blieben seit Samstag Ämter und Behörden geschlossen, etwa
850 000 Regierungsmitarbeiter mussten zu Hause bleiben. „Essenzielle“ Bereiche wie das FBI und das Militär waren aber ausgenommen.

Der Einigung am Montag waren tagelange Verhandlungen zwischen zwei Dutzend Senatoren aus beiden Parteien vorangegangen. Republikaner und Demokraten haben sich damit einmal mehr Zeit gekauft. Der Druck für eine langfristige Lösung wächst aber. Beide Seiten haben weniger als drei Wochen, um Kompromisse bei den Themen Haushalt und Einwanderung auszuhandeln. Die Auseinandersetzung darüber dürfte ebenso unerbittlich weitergehen wie in den vergangenen Tagen. Der republikanische Senator John Thune erklärte, dass er es für unwahrscheinlich halte, dass der Kongress bis zum 8. Februar einen finalen Haushalt durchbringen werde. Möglicherweise müsse man erneut eine Übergangsfinanzierung verabschieden. Das wäre bereits die fünfte.

Beim Thema Einwanderung ist die Debatte emotional aufgeladen. Die Demokraten wollen um jeden Preis erreichen, dass ein Schutzprogramm für hunderttausende Einwanderer fortgeführt wird. Die auch als „Dreamer“ (Träumer) bezeichneten Migranten sind als Kinder mit ihren Eltern illegal in die USA gekommen und haben durch das Daca-Programm einen vorläufigen Schutzstatus, der ihnen eine Arbeitserlaubnis gibt.

Trump hatte im vergangenen Herbst entschieden, das von seinem Vorgänger Barack Obama ins Leben gerufene Programm zu beenden. Er räumte dafür eine Frist bis zum März ein und forderte den Kongress auf, in dieser Zeit eine Neuregelung zu finden. Einigen sich beide Parteien bis zum 8. Februar nicht auf einen weitreichenden Einwanderungsdeal, soll sich der Senat nach der Vereinbarung von McConnell und Schumer mit einem Gesetz zum Schutz der „Dreamer“ beschäftigen. Allerdings nur unter der Bedingung, dass es nicht erneut zum „Shutdown“ kommt.

Schumer hat damit vergleichsweise wenig dafür bekommen, dass er im Gegenzug einem Ende des Regierungsstillstands zustimmte. Manche seiner Parteikollegen hätten sich eine verbindlichere Zusage der Republikaner für die Zukunft der Einwanderer gewünscht.