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Jakiw Palij
Früherer KZ-Aufseher nach Deutschland abgeschoben

Jakiw Palij, hier im Jahr 2003 in New York, war Aufseher im KZ Trawniki.
Jakiw Palij, hier im Jahr 2003 in New York, war Aufseher im KZ Trawniki. FOTO: AP / Suzanne DeChillo
Washington. Die USA haben den früheren SS-Mann Jakiw Palij, der nach Angaben der Ermittler als Aufseher im Zwangsarbeitslager Trawniki im besetzten Polen tätig war, nach Deutschland abgeschoben. „Um das Freiheitsversprechen zu wahren, das Holocaust-Opfern und ihren Familien gegeben wurde“, habe Präsident Donald Trump die Abschiebung des heute 95-Jährigen zur Priorität gemacht, teilte das Weiße Haus gestern mit. dpa

Palij, der auf dem Gebiet der heutigen Ukraine geboren wurde, sei 1949 in die USA ausgewandert und habe 1957 die amerikanische Staatsbürgerschaft angenommen. Er habe den USA damals seine Nazi-Vergangenheit verheimlicht. Ein US-Gericht hatte dem früheren SS-Mann bereits 2003 die Staatsbürgerschaft entzogen. 2004 sei seine Abschiebung erstmals angeordnet worden, bis jetzt aber ohne Erfolg geblieben, hieß es.


Gegen Palij wird es nach Angaben der Staatsanwaltschaft zunächst keine neuen Ermittlungen in Deutschland geben. Das gegen den Mann geführte Verfahren wegen Beihilfe zum Mord sei Mitte 2016 aus Mangel an Beweisen von der Staatsanwaltschaft Würzburg eingestellt worden. Eine Einstellung solcher Verfahren sei aber „nichts für die Ewigkeit“, sollten sich neue Beweise ergeben, hieß es weiter.