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Landtagswahl
Die Freien Wähler als Königsmacher von Bayern

München. Noch ist Hubert Aiwanger nicht Minister. Noch ist die bayerische Landtagswahl nicht entschieden. Doch wenn es so kommt, wie alle Umfragen nahelegen, ist es bis dahin nicht mehr weit: Sollte die CSU am 14. Oktober wie erwartet ihre absolute Mehrheit verlieren, stehen die Freien Wähler als Koalitionspartner bereit – und ihr Chef Hubert Aiwanger für einen Posten. dpa

Die Frage ist aber, ob es für CSU und Freie Wähler zusammen reichen wird.


Kurz vor dem Wahltermin geben sich die Freien Wähler jedenfalls sehr optimistisch: Acht bis zehn Prozent hatte Aiwanger einmal als Wahlziel formuliert, in Umfragen liegen die Freien Wähler nun bei zehn bis elf Prozent. Eine neue Zielmarke will der Landes- und Bundesvorsitzende nicht nennen – nur so viel: „Ich gehe davon aus, dass unser Ziel erreicht oder übertroffen wird.“

Ein Grund für den Optimismus: Als ursprünglich kommunale Kraft sind die Freien Wähler vor allem auf dem Land stark. Im Freistaat stellen sie viele Landräte und Bürgermeister. Man kennt sie also. Inhaltlich liegen sie oft auf CSU-Linie. In der Asylpolitik formulierte Aiwanger in der Vergangenheit mindestens ähnlich scharf wie die CSU. In anderen Politikfeldern kämpfen die Freien Wähler für pragmatische Lösungen für Bürger und Kommunen. So sehr die CSU versucht, das bürgerliche Lager an sich zu binden, so sehr versuchen die Freien Wähler darüber hinaus zu blicken. Sie wollen möglichst viele neue Wähler zu sich ziehen – aus den Reihen der CSU und der AfD. „Wir sind die vernünftige Alternative im bürgerlichen Lager“, sagt Aiwanger und verspricht eine „Politik des Lieferns“. „Wir sind eine Macherpartei.“



Strategisch kämpfen die Freien Wähler gegen vier Gegner: Gegen die CSU, der sie die absolute Mehrheit abjagen wollen. Gegen die AfD, die sie möglichst klein halten wollen. Gegen die Grünen, damit diese bloß nicht zu stark werden. Und gegen die FDP, die sie am liebsten gar nicht im Landtag hätten. „Das sind die Grünen mit pinker Krawatte.“ Trotzdem wäre ihnen ein Bündnis mit CSU und Liberalen immer noch lieber als eine Regierung mit den Grünen. „Ich werde keinen Grünen zum Ministerpräsidenten wählen“, so Aiwanger.