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Forscher sagt tausende Todesfälle durch Bahnlärm voraus

Mainz. epd

Die Lärmbelastung durch den Schienengüterverkehr allein an der Strecke entlang des Rheins verursacht jährlich den Tod tausender Menschen. Zu dieser Einschätzung kommt der Epidemiologe Eberhard Greiser in seiner Forschung. Am deutschen Teil des sogenannten Rheinkorridors sei innerhalb von zehn Jahren mit 75 000 zusätzlichen Erkrankungen und 30 000 Todesfällen zu rechnen, sagte der Professor am Zentrum für Sozialpolitik der Universität Bremen . Selbst nach einer vom Bund versprochenen Halbierung des Bahnlärms wäre die Belastung noch immer gesundheitsgefährdend.

Besonders belastend sei der Umstand, dass der Schienengüterverkehr vor allem nachts abgewickelt wird. Der von Güterzügen verursachte Lärm liege teilweise um das Zehnfache über dem Pegel, den der Flugverkehr verursacht. Die Dauerbelastung durch Bahnlärm führe bei Anwohnern zu einem drastischen Anstieg von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Nierenproblemen, Depressionen und Psychosen, sagte Greiser. Auch das Risiko für Demenz-Erkrankungen steige stark an.