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Tacho-Betrug
EU-Maßnahmen sind überfällig

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Als Belgien 2004 sein CarPass-System einführte, sank die Zahl der Tacho-Manipulationen um 97 Prozent. Dabei erscheint der Weg dermaßen einfach, dass man sich fragen muss, warum nicht auch andere EU-Staaten längst auf diese Lösung zurückgegriffen haben und die Kommission ihn bis zur Vorlage einer besseren Idee aufgegriffen hat. Denn es geht um Schäden in Höhe von knapp zehn Milliarden Euro und massive Probleme bei der Sicherheit von Fahrzeugen. Verfälschte Tacho-Stände machen systematische Wartungsintervalle unmöglich, Teile werden verfrüht oder zum falschen Zeitpunkt ausgewechselt.

Dass der Käufer eines auf jung getrimmten Alt-Fahrzeuges höhere Reparaturkosten zu tragen hat, liegt auf der Hand. Die EU wäre schon alleine deshalb verpflichtet einzugreifen, weil es sich vorwiegend um grenzüberschreitende Delikte handelt. So erscheint der Vorstoß aus dem Parlament vernünftig, sich der schon vorhandenen Eucaris-Datenbank zu bedienen, um dort die Laufleistungen zu registrieren. Ein potenzieller Käufer könnte die Informationen einsehen, persönliche Angaben sind nicht nötig. Die EU hätte längst tätig werden sollen.