| 20:39 Uhr

Kommentar
Es ist Zeit für eine Bewegung

FOTO: Robby Lorenz / SZ
Von Frank Herrmann

Falls sich jemals in den USA etwas an den Waffengesetzen ändert, dann liegt es an der Entschiedenheit, mit der die Freunde der getöteten Schüler des Parkland-Massakers für eine Verschärfung kämpfen. Es ist eine Generation, die aufgewachsen ist mit immer neuen Hiobsbotschaften über immer neue Blutbäder an Schulen und Universitäten, die regelmäßig üben muss, wie man sich im Klassenzimmer vor Attentätern versteckt. Diese Generation lässt die zaudernde, blockierte Politik gerade wissen: Es reicht! Sie will Taten sehen, statt sich mit salbungsvollen Worten abspeisen zu lassen. Indem sie mit sozialen Medien umzugehen und sich vor Kameras zu artikulieren weiß, multipliziert sie die Wirkung ihres fulminanten Protests. Und schürt die Hoffnung. Nicht erst seit Parkland träumen die Gegner privater Aufrüstung von einer Massenbewegung gegen den Waffenwahn, vergleichbar mit den Bürgerrechtlern der 50er und 60er Jahre. Womöglich ist jetzt der Moment gekommen.