| 20:47 Uhr

Militäraktion in Syrien
Erdogan will Offensive fortsetzen

Ankara. Im Norden Syriens setzt die Türkei offenbar auch deutsche Panzer ein.

Die Türkei wird sich nach den Worten von Präsident Recep Tayyip Erdogan nicht durch internationalen Druck von ihrer Offensive gegen die Kurdenmiliz YPG im nordsyrischen Afrin abbringen lassen. „Afrin wird abgeschlossen. Es gibt keinen Schritt zurück“, sagte Erdogan gestern in Ankara. Das habe die Türkei gegenüber Russland und den USA sowie anderen Koalitionspartnern deutlich gemacht.


Die USA hatten vor Beginn der Operation am Samstag an die Türkei appelliert, davon abzusehen. Die YPG ist der Verbündete der US-geführten Koalition gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) und wurde von den USA mit Waffen ausgerüstet. Aus Sicht der Türkei ist die YPG der syrische Ableger der PKK, die in der Türkei, aber auch in der EU und den USA als Terrororganisation geführt wird.

Erdogan betonte gestern zugleich, die türkische Armee wolle nach dem Ende der Offensive nicht in der Region verbleiben. „Wann immer die Arbeit erledigt ist, haben wir ohnehin kein Interesse mehr, dort zu bleiben, und wissen uns auch zurückzuziehen.“



Auch am dritten Tag der Offensive in Afrin nahm die türkische Artillerie kurdische Stellungen unter Beschuss, wie die amtliche Nachrichtenagentur Anadolu unter Berufung auf die Armee meldete. Dabei seien in der Nacht gestern auch zwei YPG-Stellungen zerstört worden, von denen aus Raketen auf die türkische Grenzstadt Reyhanli abgeschossen worden seien.

Die türkischen Streitkräfte setzen bei ihrer Offensive gegen die YPG offensichtlich auch deutsche Panzer ein. Ein Experte aus der Bundeswehr bestätigte der Deutschen Presse-Agentur in Berlin gestern, dass Bilder von der Militäroperation Panzer vom Typ Leopard 2 A4 aus deutscher Produktion zeigten. Die Bundesregierung wollte sich nicht zu der Frage äußern, ob auf den Bildern „Leopard 2“-Panzer zu sehen sind.