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Eine Million freie Stellen in Deutschland

SymbolbildLocation:Frankfurt Am Main
SymbolbildLocation:Frankfurt Am Main FOTO: Uwe Anspach (dpa)
Nürnberg/Saarbrücken. Wer einen neuen Arbeitsplatz sucht, hat derzeit beste Chancen: In Deutschland gibt es zehn Prozent mehr freie Stellen als vor einem Jahr. Gesucht werden vor allem Lehrkräfte und Erzieher. epd/low

Auf dem deutschen Arbeitsmarkt ist die Zahl der offenen Stellen deutlich gestiegen. Nach einer Erhebung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) waren im zweiten Quartal zehn Prozent mehr Jobs zu haben als ein Jahr zuvor. Ende Juni registrierte das IAB bundesweit 985 200 freie Stellen. Damit lag die Zahl der Jobs so hoch wie selten zuvor. Besonders deutlich zog im Frühjahr die Nachfrage nach Lehrkräften und Erziehern an. Von April bis Ende Juni waren 45 000 Stellen in diesem Bereich frei, 13 000 mehr als vor einem Jahr. Das Institut führt das vor allem auf die Zuwanderung zurück.



Im Saarland legte die Zahl der freien Arbeitsplätze im Juli gegenüber dem Vorjahresmonat ebenfalls kräftig zu - um 11,6 Prozent auf mehr als 7400 Stellen. Das teilte ein Sprecher der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der Bundesagentur für Arbeit auf Anfrage mit. Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Saar sieht einen erhöhten Personalbedarf "in allen Bereichen rund um das Flüchtlings-Management". Verstärkt nachgefragt würden "vor allem Lehrkräfte an allgemeinbildenden und Sprach-Schulen, Erzieherinnen in Kitas, Personal für die öffentliche Verwaltung sowie bei Wach- und Sicherheitsdiensten", sagte IHK-Geschäftsführer Carsten Meier zur SZ. Das sorge für weitere Impulse beim Beschäftigungsaufbau. Für den Jahresverlauf erwartet die Kammer im Land einen Zuwachs auf rund 380 000 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze - das wären so viele wie nie zuvor.

Auch die Handwerkskammer Saar verweist auf den Bedarf an ausgebildeten Sprachlehrern. Die mangelnden Deutsch-Kenntnisse vieler Flüchtlinge seien das größte Hindernis vor der Aufnahme einer Ausbildung, sagte der Hauptgeschäftsführer der Kammer, Arnd Klein-Zirbes. Nach Angaben des Saar-Arbeitsministeriums wuchs der Bedarf an Lehrkräften für Flüchtlinge zuletzt jedoch nicht mehr so stark wie in anderen Regionen. Das Saarland habe schon sehr früh mit der Integration der Zuwanderer begonnen, sagte ein Sprecher zur Begründung.