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Kommentar
Eine Gratwanderung

FOTO: Robby Lorenz / SZ

Die Ausweisung von russischen Diplomaten wird die Beziehungen zwischen der internationalen Gemeinschaft und Russland zusätzlich belasten. Richtig ist zweifellos, dass es Moskau an einem ernsthaften Willen zur Aufklärung des Giftanschlags fehlen lässt. Wahr ist aber auch, dass eindeutige Beweise für die ausschließliche Verantwortung des Kremls bislang fehlen. So kann man nur hoffen, dass sich Putin von der konzertierten Aktion beeindrucken lässt. Auch stehen weitere Strafmaßnahmen gegen Russland im Raum, an denen der Kreml-Chef kein Interesse haben kann. Vor allem wenn sie sich negativ auf die ohnehin schon schwächelnde Wirtschaft in seinem Land auswirken. Möglich allerdings auch, dass Putin seine Landsleute auf Entbehrungen im „Kampf“ gegen den Westen einschwört. In diesem Fall würden wohl alle Beteiligten verlieren.