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Kommentar
Eine Chance mit vielen Gefahren

FOTO: Robby Lorenz / SZ
Es ist gut, dass sich Donald Trump und Kim Jong Un treffen werden. Immer vorausgesetzt, dass nicht einer von beiden noch einen Rückzieher macht. Die Begegnung bietet zumindest die Chance, die Krise um das nordkoreanische Atomprogramm zu entschärfen.

Dass es Trump ist, der das Angebot akzeptiert, bedeutet nicht automatisch, dass die USA einen schweren Fehler begehen. So berechtigt die Kritik an einem Mann ist, der in erratischer Politik hohe Kunst zu sehen scheint, in diesem Fall hat er Applaus verdient.


Nur: Es kann vieles schiefgehen bei diesem Treffen. Kim sieht in Atomwaffen eine Überlebensgarantie, Trump drängt auf ihre Verschrottung. Angesichts dieser Konstellation Kompromisse zu finden, erfordert ein kleines Wunder der Diplomatie. Gut möglich auch, dass Kim nur eines im Auge hat, den Aufwertungsbonus, den die erstmalige Begegnung eines nordkoreanischen Machthabers mit einem amtierenden amerikanischen Präsidenten verspricht. Falls der Gipfel den Graben nicht überbrückt, sondern ihn im Gegenteil eher vertieft, droht die Gefahr einer Eskalation noch zu wachsen. Dennoch, den Versuch ist es wert.