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Proteste in Berlin
Ein widerlicher Skandal

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Es sind widerliche Szenen, die Demokraten in Deutschland bis ins Mark treffen: Ein aggressiver Mob ruft vor dem Brandenburger Tor „Tod Israel“, verbrennt selbstgemalte Banner mit Davidstern und schwenkt Flaggen der palästinensischen Terrororganisation Hamas. Von Pascal Becher
Pascal Becher

Für die Polizei in Berlin sind das Proteste „ohne größere Störungen“, wie sie im Netz postete. Das kann nicht wahr sein. Es ist eine der „größtmöglichen Störungen“ – gemessen an der politischen Symbolik –, die es in der Bundesrepublik überhaupt geben kann. Um es klar zu machen: Radikale nutzen den unsinnigen, höchst gefährlich einseitigen Jerusalem-Beschluss eines seit Amtsübernahme überforderten US-Präsidenten, um ihrem Judenhass mal wieder freien Lauf zu lassen. Und das mitten in Deutschland. Das kann und darf sich der Rechtsstaat nicht bieten lassen. Ja, wegen seiner NS-Geschichte. Wegen unserer Nazi-Geschichte. Deutschland ist seit der Shoah in besonderer Weise für das Wohl von Juden in Deutschland, in Israel, weltweit verantwortlich. Das müssen alle akzeptieren, die hier leben.