| 20:44 Uhr

Pflege
Ein neuer Name fürs Gesundheitsministerium?

Berlin/Düsseldorf. Zum Auftakt des Deutschen Pflegetages haben Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt und die Berliner Gesundheits- und Pflege-Senatorin Dilek Kolat (SPD) eine Umbenennung des Bundesgesundheitsministeriums mit dem Zusatz Pflege gefordert. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) zeigte sich grundsätzlich aufgeschlossen für den Vorschlag, betonte aber, damit sei für die Pflege nichts gewonnen.

Zum Auftakt des Deutschen Pflegetages haben Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt und die Berliner Gesundheits- und Pflege-Senatorin Dilek Kolat (SPD) eine Umbenennung des Bundesgesundheitsministeriums mit dem Zusatz Pflege gefordert. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) zeigte sich grundsätzlich aufgeschlossen für den Vorschlag, betonte aber, damit sei für die Pflege nichts gewonnen.


Kolat sagte auf dem Pflegetag, schon heute zeichneten sich im Bereich der Krankenhäuser und der Altenpflege große Engpässe ab. „Die Zeit für Trippelschritte in der Pflege ist vorbei“, unterstrich sie. Kolat forderte, die Pflegeversicherung in eine „Voll-Kasko-Versicherung“ umzuwandeln.

Göring-Eckardt sagte der „Rheinischen Post“, eine Umbenennung des Gesundheitsministeriums würde dem hohen Stellenwert der Pflege gerecht werden. 2,9 Millionen Menschen in Deutschland seien pflegebedürftig, Millionen von Angehörigen betroffen, tausende Pflegekräfte im Einsatz. „Diese Menschen müssen jetzt im Fokus der Politik stehen“, sagte Göring-Eckardt.

Unterdessen forderte die Deutsche Stiftung Patientenschutz ein 100-Tage-Sofortprogramm für Pflegebedürftige vom neuen Bundesgesundheitsminister. Derzeit explodierten an vielen Orten die Kosten für Pflegeheimbewohner. „Hier ist eine sofortige Entlastung notwendig, damit diese Menschen nicht in die Sozialhilfe rutschen“, sagte Vorstand Eugen Brysch. Dazu müssten die Leistungen für die Pflegegrade 2 und 3 umgehend angehoben werden. Betroffene wurden durch die Pflegereform schlechter gestellt.

Per Gesetz müssten zudem die Zahlungen der Pflegeversicherung um 500 Euro pro Monat für jeden Versicherten erhöht werden, der professionelle ambulante oder stationäre Pflege in Anspruch nimmt, sagte er. Außerdem müsse endlich ein Rechtsanspruch auf Hospizleistungen für die jährlich 340 000 Sterbenden in Pflegeheimen festgeschrieben werden.