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Kommentar
Ein Ministeramt würde schaden

FOTO: SZ / Roby Lorenz
Martin Schulz trägt große Mitschuld an seiner eigenen Lage und der seiner Partei. Schulz hat mit seinem Lavieren einen Imageschaden erlitten, so groß wie bei einem Auto, das beim Rangieren das halbe Parkhaus mitnimmt. Würde Schulz Außenminister, würde man bei jedem Fernsehbild immer nur den Umfaller sehen. Und wenn für ihn Sigmar Gabriel Platz machen müsste, auch noch den rücksichtslosen Karrieristen. Als Finanzminister wäre es kaum besser. Nein, als Minister kann Schulz den Schaden nicht mehr beheben. Nur noch als Parteivorsitzender ohne Kabinettsrang. Eine Verzichtserklärung vor der SPD-Urabstimmung wäre zudem genau das notwendige Signal, um die misstrauischen Genossen zu überzeugen. Ein solcher Schritt könnte Schulz wieder Glaubwürdigkeit verschaffen.

Natürlich besteht die Gefahr, dass sich die Machtgewichte verschieben, wenn man „nur“ SPD-Chef ist. Das muss aber nicht so sein. Wenn er es überzeugend macht, ist eine spätere Beförderung in die Regierung oder nach Brüssel nicht ausgeschlossen.