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Martin Schulz
Ein Idealist in der Schlangengrube

FOTO: Robby Lorenz / SZ
Von Hagen Strauss

Wie brutal Politik sein kann, das hat Martin Schulz innerhalb eines Jahres wie kaum ein anderer zuvor erlebt. Der Mann aus Würselen hat tatsächlich daran geglaubt, die Mechanismen des knallharten, politischen Betriebes in Berlin ändern zu können. Am Ende ist er an diesem Anspruch gescheitert. Sein Fall stellt auch die SPD in kein gutes Licht. Sie ist eine Schlangengrube. Der Verschleiß an Vorsitzenden ist bei den Genossen am größten. Zimperlich gehen sie mit ihren Heilsbringern nicht um. Erinnert sei nur an Kurt Beck, der genauso vom Hof gejagt wurde. Die SPD lernt nicht aus Fehlern, sie lässt sich gerne blenden. Man kann bereits jetzt fragen: Wie lange wird Andrea Nahles als künftige Vorsitzende wohl durchhalten?