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Ex-Ministerin Luft
„Die DDR war 1989 nicht pleite“

Berlin. Die frühere SED/PDS-Wirtschaftsministerin Luft hadert noch heute mit der Treuhandanstalt. Von Werner Kolhoff

Christa Luft, letzte Wirtschaftsministerin der DDR zu SED-Zeiten, hat bestritten, dass der zweite deutsche Staat pleite war, als er 1989/1990 zusammenbrach. Man habe alle Kredite bedienen können und auch neue bekommen, sagte die heute 80 Jahre alte Ökonomin der Zeitschrift „Vorgänge“.


Luft bezifferte die damaligen Auslandsschulden des Landes auf zehn Milliarden Dollar. „Die DDR war nicht pleite, aber sie hatte keine Chance“, sage Luft. Die Sowjetunion habe das Land fallen gelassen.

Die Ex-Ministerin räumte ein, dass die DDR wirtschaftlich große Schwierigkeiten gehabt habe. Diese gingen auf eine „Überzentralisierung“ zurück, hinzu seien die Spätfolgen der „elendigen Enteignung“ mittelständischer Privatunternehmen im Jahr 1972 gekommen. Der völlige Zusammenbruch der DDR-Wirtschaft nach der Wende liege jedoch an der überstürzten Währungsunion und der Politik der Treuhandanstalt. Diese sei „von Anfang an eine Verkaufseinrichtung“ gewesen, die „die größte Vernichtung von Produktiveigentum zu Friedenszeiten“ zu verantworten habe.



Lufts Alternative wäre gewesen, nur Teile der Kombinate zu privatisieren und Grund und Boden in staatlicher Hand zu lassen.