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Die meisten Deutschen fühlen sich rundum gesund

Berlin/Saarbrücken. Die Deutschen werden immer fauler – das zeigt eine neue Kassen-Studie. Doch obwohl sie zu viel sitzen, oft gestresst sind und nicht genug auf gesunde Ernährung achten, fühlt sich die große Mehrheit pudelwohl. kna/SZ

Die meisten Deutschen fühlen sich rundum gesund, doch nur die wenigsten leben tatsächlich entsprechend. Das zeigt der aktuelle Gesundheitsreport der Krankenkasse DKV. Demnach schätzten 63 Prozent der Befragten ihren Gesundheitszustand als gut oder sehr gut ein. Im Vergleich zu den Vorgaben von Gesundheitsexperten zu körperlicher Arbeit, Ernährung, Rauchen, Alkohol und Stress lebten aber nur elf Prozent wirklich rundum gesund.


Nach Angaben der Krankenkasse wächst zwar das Bewusstsein der Bundesbürger für gesunde Ernährung, zugleich nimmt jedoch die körperliche Aktivität ab. Nur noch 45 Prozent der von der Kasse befragten Bundesbürger erreichten dieses Jahr die Mindest-Aktivitätsempfehlung der Weltgesundheitsorganisation von 150 Minuten Bewegung pro Woche. 2014 seien es noch 54 Prozent gewesen, sagte der wissenschaftliche Leiter der Studie, Ingo Froböse. Dabei sank vor allem die Aktivität während der Arbeit: Knapp die Hälfte der Berufstätigen in Deutschland arbeiten inzwischen vorwiegend sitzend, und Schreibtischarbeiter verbringen insgesamt elf Stunden pro Tag im Sitzen.

Frauen essen bewusster, Männer bewegen sich mehr



Beim Anteil der gesund lebenden Menschen liegt der Norden vorn. So erreichten die Befragten aus Mecklenburg-Vorpommern am häufigsten die Vorgaben für einen gesunden Lebensstil (19 Prozent), gefolgt von den Schleswig-Holsteinern und Thüringern (je 14 Prozent). Die Saarländer und Rheinland-Pfälzer, die aus statistischen Gründen zusammen erfasst wurden, liegen mit zehn Prozent auf dem vorletzten Platz vor Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen (je neun Prozent). Vor allem bei körperlicher Aktivität und Ernährung schneiden Saarland und Rheinland-Pfalz schlecht ab. Dagegen liegen sie bei gesundem Umgang mit Stress hinter Hamburg auf Platz zwei.

Grundsätzlich ernähren sich Frauen gesünder, rauchen und trinken weniger und haben seltener ein Stress-Problem, so die Autoren der Studie. Männer schnitten dagegen bei der Bewegung etwas besser ab.