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Die kleinen, aber feinen Unterschiede

Stuttgart. Ob Wäschetrockner, Bildung, Single-Haushalte oder Betreuungs-Plätze – mehr als zwei Jahrzehnte nach der Wiedervereinigung haben die alten und neuen Bundesländer immer noch so ihre Eigenheiten. dpa

Nach 23 Jahren Deutscher Einheit gibt es immer noch Unterschiede zwischen Ost und West. Statistiker sehen genau hin - ein Einheits-Check.

Kinderbetreuung: Im Osten werden deutlich mehr Kinder in Kitas betreut als im Westen. Die Betreuungsquote - also der Anteil der Kinder, die eine Tagesstätte besuchen - ist in Ostdeutschland mit rund 50 Prozent doppelt so hoch wie in Westdeutschland. Dort besuchen rund 24 Prozent eine Kita.

Armutsrisiko: Das Armutsrisiko ist im Osten höher als im Westen. Hatten 2012 nur 14 Prozent der Westdeutschen ein erhöhtes Armutsrisiko, waren in den neuen Ländern rund 20 Prozent von Armut bedroht. Laut Europäischer Union ist armutsgefährdet, wer weniger als 60 Prozent des durchschnittlichen Einkommens verdient.

Übergewicht: Bei Übergewichtigen gibt es kaum Unterschiede zwischen Ost und West. Im Westen sind 47 Prozent der Menschen übergewichtig, im Osten sind es mit rund 49 Prozent nur wenig mehr. Maßstab ist der sogenannte Body-Mass-Index (BMI), bei dem das Körpergewicht ins Verhältnis zur Größe gesetzt wird. Erwachsene mit einem BMI über 25 stuft die Weltgesundheitsorganisation als übergewichtig ein.

Bildung: Im Westen Deutschlands haben 28 Prozent der Menschen Abitur oder die Fachhochschulreife, im Osten sind es nur 24 Prozent.

Haushaltsgrößen: In einem Haushalt leben im Westen wie im Osten im Durchschnitt zwei Menschen. Im Westen leben in rund vier Prozent der Haushalte mehr als fünf Menschen, im Osten nur in etwa zwei Prozent der Fälle. Mehr Single-Haushalte gibt es dafür in den neuen Bundesländern mit rund 44 Prozent, im Westen sind es lediglich 39 Prozent.

Technik: Was die Anschaffung von Technik anbelangt, gibt es kaum noch Unterschiede zwischen West und Ost. Beispielsweise besitzen 79 Prozent der West-Haushalte ein Auto, im Osten sind es 71 Prozent. Auch bei den Fahrrädern liegt der Westen eine Nasenspitze vorn: 81 Prozent haben ein Rad, im Osten sind es 79 Prozent. Deutlich größer ist der Unterschied bei Wäschetrocknern: Nur 22 Prozent der Ost-Haushalte haben einen. Mehr als doppelt so hoch ist der Anteil im Westen mit etwa 45 Prozent.