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Neue Studie
Die Deutschen haben weniger Angst

Die Deutschen haben weniger Angst.
Die Deutschen haben weniger Angst. FOTO: Frank Rumpenhorst / dpa
Berlin. Die „German Angst“ ist ein weltweit bekanntes Phänomen. Jetzt zeigt eine Studie: Die Furcht der Bundesbürger geht insgesamt zurück.

Bedrohungen durch Terror, aber auch durch Gewaltverbrechen zählen weiterhin zu den größten Ängsten der Deutschen. Das geht aus einer gestern veröffentlichten Studie hervor. Für den „Sicherheitsreport 2018“ befragte das Allensbach-Institut 1200 repräsentativ ausgesuchte Bürger ab 16 Jahren. Interessant dabei: Die Menschen in Deutschland machen sich aktuell „deutlich weniger Sorgen um ihre Sicherheit als noch 2016“. Demnach fühlen sich 36 Prozent der Bürger durch Anschläge persönlich bedroht. Vor zwei Jahren waren dies noch 45 Prozent. An zweiter Stelle der gefühlten Bedrohung folgen Gewaltverbrechen mit 28 Prozent. Auch hier gab es einen Rückgang um fünf Prozentpunkte. Ängste vor Diebstahl, Einbruch und ähnlichen Verbrechen folgen mit 27 Prozent, ein Minus von sieben Punkten.


Bemerkenswert nannte es Renate Köcher vom Allensbach-Institut, dass die Akzeptanz privater Sicherheitsdienste im Vergleich zu 2006 gesunken sei. Den Schutz solle ganz klar der Staat gewährleisten. „Das heißt auch, dass die Erwartungen an den Staat hoch sind“, sagte sie. Mehr als zwei Drittel der Befragten wünschten sich deutlich mehr Investitionen in die Ausstattung der Polizei.

Auch in anderen Bereichen des Lebens scheint das weltweit bekannte Phänomen der „German Angst“ allmählich zu verschwinden. So sind Sorgen vor einem sozialen und wirtschaftlichen Abstieg dem Sicherheitsreport zufolge insgesamt rückläufig. 34 Prozent befürchten demnach einen Einkommensverlust (minus fünf Punkte), 23 Prozent Verluste durch Inflation (minus sieben) und 15 Prozent treibt die Angst vor Arbeitslosigkeit um (minus vier Punkte).

Grundsätzliche Gefahren sehen viele Bürger durch die aktuellen Krisenherde der Welt. Die meisten Ängste löst die Terror-Organisation Islamischer Staat aus (74 Prozent), gefolgt vom Nordkorea-Konflikt (48 Prozent). Eine militärische Auseinandersetzung unter direkter Einbeziehung Deutschlands fürchten aber nur noch 18 Prozent. Vor zwei Jahren waren dies noch 24 Prozent.