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Gesundheit
Die deutsche Politik entdeckt die Einsamkeit

London/Berlin. Es waren die Briten, die jüngst die Einsamkeit entdeckt haben. Sie wollen ihr sogar ein eigenes Ministerium widmen. Tracey Crouch, Staatssekretärin für Sport und Zivilgesellschaft, soll nach den Worten der britischen Premierministerin Theresa May das Thema beackern und dazu verhelfen, die Einsamkeit aus der britischen Bevölkerung zu verbannen.

Jetzt zieht auch die deutsche Politik nach, (noch) nicht mit einem eigenen Ministerium, aber mit einem Beauftragten im Gesundheitsministerium. So fordert es zumindest der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach. „Die Einsamkeit in der Lebensphase über 60 erhöht die Sterblichkeit so sehr wie starkes Rauchen“, so Lauterbach. Zudem würden einsame Menschen häufiger an Demenz erkranken. Rückendeckung erhält Lauterbach unter anderem von CDU-Politiker Marcus Weinberg, der sich für eine „Enttabuisierung“ des Themas aussprach, „damit einsame Menschen eine Lobby haben und Einsamkeit nicht in einer Schmuddelecke bleibt“.