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„Aufstehen“
Der Sinn erschließt sich nicht

FOTO: SZ / Robby Lorenz
So richtig mag sich der Sinn von „Aufstehen“ nicht erschließen. Was will sie eigentlich genau sein, die Sammlungsbewegung, die Sahra Wagnenknecht da ins Leben gerufen hat? Eine Partei ja ganz offensichtlich nicht, wie die Linken-Fraktionschefin und ihr Mann Oskar Lafontaine betonen. Von Gerrit Dauelsberg

Ihre Bewegung soll ausdrück­lich überparteilich sein. Stattdessen hat sie irgendwie das Ziel, all die Unzufriedenen anzusprechen, die aus Protest gar nicht oder die AfD gewählt haben. Um dann was zu tun? Das bleibt bislang weitestgehend im Dunkeln.


Sehr allgemein redet Wagenknecht davon, für mehr linke Mehrheiten sorgen und einen linken Zeitgeist aufrechterhalten zu wollen. In Zeiten, in denen die Parteien an Profil verlieren und sich gerade SPD und CDU immer weiter annähern, ist das sicherlich ein hehres Ziel. Allein stellt sich die Frage, wie es gerade „Aufstehen“ gelingen soll, die linken Kräfte im Land zu bündeln. Zumal von der SPD, von den Grünen und selbst aus Wagenknechts Linkspartei überwiegend ablehnende Stimmen kommen. Somit besteht eher die Gefahr, die Spaltung der Linken noch zu vertiefen. Wahrscheinlicher ist allerdings, dass das Projekt einfach verpuffen wird, ohne eine Wirkung zu entfalten.