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Attentäter Bachmann
Der Mann, der auf Dutschke schoss, tötete sich selbst

1969 wurde Josef Bachmann (links, mit Anwalt Dr. Gerhard Weyher) zu sieben Jahren Haft verurteilt.
1969 wurde Josef Bachmann (links, mit Anwalt Dr. Gerhard Weyher) zu sieben Jahren Haft verurteilt. FOTO: Konrad Giehr / dpa
Berlin. Mit einem aufgebohrten Revolver fährt der vorbestrafte Hilfsarbeiter Josef Bachmann im April 1968 nach Berlin. Der 23-jährige Rechtsradikale will auf den linken Studentenführer Rudi Dutschke schießen. Das tut er am 11. April auf dem belebten Kurfürstendamm, mit drei Kugeln. Bachmanns Motiv: Hass auf Kommunisten und alle, die er dafür hält. Wie auch Dutschke, auch wenn der keiner ist. Nach der Tat flieht Bachmann, schießt auf die Polizei, die ihn in seinem Versteck findet. Dann legt er ein volles Geständnis ab. 1969 wird er wegen versuchten Mordes zu sieben Jahren Zuchthaus verurteilt.

Bachmann gilt als Einzelgänger. Erst 41 Jahre nach dem Attentat berichtet der „Spiegel“ unter Berufung auf Stasi- und Westberliner Akten von Kontakten zu Neonazis. In der U-Haft versucht Bachmann mehrfach vergeblich, sich umzubringen. Dutschke schreibt ihm Briefe, macht ihm Hoffnung auf ein „neues Leben“. Bachmann antwortet, entschuldigt sich für das Attentat. Im Februar 1970 begeht er Selbstmord – indem er sich in seiner Zelle eine Plastiktüte über den Kopf zieht.