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Bundeswehr
Der Feldjäger, der am Hindukusch starb

Juni 2011: Der damalige Verteidigungsminister de Maizière verneigt sich vor Sarg und Foto des gefallenen Soldaten Tobias Lagenstein.
Juni 2011: Der damalige Verteidigungsminister de Maizière verneigt sich vor Sarg und Foto des gefallenen Soldaten Tobias Lagenstein. FOTO: dpa / Werner Cavalleri
Berlin/Hannover. Soldaten haben dafür gestimmt, dass die Kaserne in Hannover nach Tobias Lagenstein benannt wird.

Der 28. Mai 2011 hat sich als trauriger Tag in das kollektive Gedächtnis der Bundeswehr gebrannt. Die Truppe steckt noch mitten im Kampfeinsatz in Afghanistan gegen die Taliban. Der damalige Kommandeur des Regionalkommandos Nord, Generalmajor Markus Kneip, bricht an jenem Tag zum Gouverneurspalast der Provinzhauptstadt Talokan auf, um politische Gespräche zu führen. Hauptfeldwebel Tobias Lagenstein soll für seine Sicherheit sorgen. Der 31-jährige Personenschützer kommt bei dem Job ums Leben.


Als die deutschen Soldaten das Gouverneursbüro verlassen, geht um 16.40 Uhr ein Sprengsatz durch Fernzündung in die Luft. Kneip wird schwer verwundet. Lagenstein und ein weiterer deutscher Soldat, Major Thomas Tholi, sterben. Später schreibt Kneip, er habe „jeden Tag mit diesen wunderbaren Menschen“ zusammengearbeitet.

Es war nicht der erste Einsatz für Lagenstein. Mehr als 500 Tage verbrachte er in Auslandseinsätzen – am Hindukusch, aber auch auf dem Balkan. Lagenstein habe den Einsatz als Maßstab für sein Können gesehen, heißt es aus dem Verteidigungsministerium. „Der Einsatz war für ihn Kerninhalt seines Berufs.“

Lagenstein kommt aus dem niedersächsischen Wildeshausen. Der 31-Jährige war als Fußballer aktiv, spielte beim VfL Wildeshausen. Sein Facebook-Profil ist heute noch aktiv. Im Profilbild weht eine Deutschlandflagge.

Nun wird eine Kaserne seinen Namen tragen. Die Emmich-Cambrai-Kaserne in Hannover, wo Lagenstein zum Feldjäger ausgebildet wurde, heißt künftig Hauptfeldwebel-Lagenstein-Kaserne. Die Soldaten der Kaserne hatten für die Namensänderung gestimmt.