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Saarbrücken
Das große Wunder Saarland

Hanno Dornseifer, Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) Saarland.
Hanno Dornseifer, Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) Saarland. FOTO: BeckerBredel / bub/fb
Saarbrücken. Was die Industrie- und Handelskammer (IHK) im Jahr 2025 alles für möglich hält.

Was kann einem waschechten und überzeugten Saarländer eigentlich besseres passieren: abends Schwenker auf dem Grill, ein paar Bierchen dazu und dann leicht beschwingt ins Bettchen. Wenn man Glück hat, stellen sich vielleicht auch noch ein paar süße Träume ein. Etwa, wie schön doch das Leben sein kann: unbeschwert, genussvoll, geradezu perfekt, natürlich nur an der Saar. Das versteht sich von selbst. Und dann erscheint einem im Traum auch noch die unverschämt gut aussehende Fee. Auch sie muss aus dem Saarland stammen. Denn sie versichert: „Uns Saarländern ging es noch nie so gut.“ Ach, mag doch dieser Traum nie enden.


Doch was für eine Überraschung: das Ganze ist gar kein Traum. So etwas nennt man im Saarland des Jahres 2018 „Vision“. Und eine solche Vision für das Jahr 2025 hat die Industrie- und Handelskammer (IHK) entwickelt. Neun Arbeitsgruppen haben sich rund neun Monate Gedanken darüber gemacht, wie denn das Saarland in knapp sieben Jahren aussehen könnte. Unter einer Bedingung: Es wird ganz doll investiert. IHK-Präsident Hanno Dornseifer schränkte bei der Vorstellung der Ideen unter dem Titel „Das Saarland im Jahr 2025 – eine Vision“ deshalb auch ein, dass es nicht darum gegangen sei, aufzuzeigen, wie man die Vision umsetzt. Man wolle nur aufzeigen, was alles möglich ist.

Und da werden einige Entscheider im Land beim Tempo wohl noch eine Schippe drauflegen müssen. Denn man kann sich schon die Augen reiben, was uns alles 2025 im Saarland erwartet. So heißt es in der IHK-Vision wörtlich: „Im Ergebnis ist das Saarland mit allen Verkehrsmitteln hervorragend zu erreichen beziehungsweise sind alle Wirtschaftszentren der Welt vom Saarland aus problemlos, schnell und günstig zu erreichen. Flug- und Bahnverkehr sind entsprechend ausgebaut und getaktet.“ Donnerwetter!



Alle zwei Stunden nach Paris, nahezu ständig nach Frankfurt, Stuttgart und München: pure Realität. An der Saar fahren sowieso viel mehr Züge, denn Land und Bahn haben die Schiene zum wichtigsten Verkehrsträger überhaupt ausgebaut. Endlich! Über freies WLAN muss man sich auch keine Gedanken mehr machen. Das gibt es natürlich überall.

Wer auf die Arbeit fährt, den erwarten paradisische Verhältnisse. Rüttelpisten oder schlechte Straßen gehören der Vergangenheit an. Berufspendler mit dem Auto können endlich die Verschwenkung der Autobahn A 1 bei Saarbrücken zur A 623 nutzen, um die Innenstadt zu entlasten. Die Nordsaarlandstraße ist realisiert und bis ins Ruhrgebiet können Saarländer genüsslich durchbrausen auf einer durchgängigen Autobahn.

Alle Saarländer, von Schattertriesch bis Peppenkum, nutzen flächendeckend das neueste 5G-Mobilfunknetz. Ob man sich 2025 noch etwas zu sagen hat, lässt die IHK leider offen. Dafür gibt es „keine öden Dorfkerne, marode Schulen und bröckelnde Hausfassaden“ mehr. Wer zu uns kommt, „schwärmt von guten Straßen, sicheren Radwegen sowie von einladenden Ortskernen und Innenstädten, die merklich an Attraktivität, Charme und Vitalität gewonnen haben“, zitiert Dornseifer aus der Studie. Besonders Saarbrücken erlebt ein kleines Wunder, denn das Projekt Stadtmitte am Fluss inklusive Untertunnelung wird doch noch realisiert.

Beruhigen kann, dass junge Familien zufrieden sind, denn „die Betreuungsangebote in unseren Kitas decken 2025 den Bedarf und orientieren sich flexibel an den Arbeitszeiten der berufstätigen Eltern“. Die haben ohnehin genug zu tun, denn die Region ist „inzwischen die erste Adresse für Neuansiedlungen“. Weil das Niveau an der Saar-Uni so hoch ist, kommen mehr angehende Akademiker aus allen Teilen Deutschlands und der ganzen Welt, um sich an der Saar-Universität einzuschreiben. Die Besten: Sie kommen alle zu uns. So viel Glück. Es ist  einfach nicht zu fassen!