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Polizei im Saarland
Saar-Polizei will Verkehr schärfer überwachen

Mit dem neuen Konzept wollen die Ordnungshüter auch die Zahl der Verkehrstoten im Saarland verringern.
Mit dem neuen Konzept wollen die Ordnungshüter auch die Zahl der Verkehrstoten im Saarland verringern. FOTO: picture alliance / dpa / Paul Zinken
Saarbrücken. Seit Jahren fährt die Polizei im Saarland die Verkehrsüberwachung zurück. Jetzt müssen sich Autofahrer auf gezieltere Kontrollen einstellen. Von Gerrit Dauelsberg

Die saarländische Polizei geht ab sofort gezielter gegen Verkehrssünder vor. Ein neues Konzept sieht die Bildung von Kontroll-Schwerpunkten, aber auch eine intensivere Präventionsarbeit vor, wie der Leiter der saarländischen Verkehrspolizei, Ralf Geisert, auf SZ-Anfrage mitteilte. „Wir wollen mit reduziertem Personal noch effektivere Maßnahmen ergreifen“, sagte er.


Geisert zählte mehrere „besonders relevante Felder“ auf, die die Saar-Polizei verstärkt in Angriff nehmen will: etwa getunte Motorroller, das Fahren unter Alkohol- und Drogeneinfluss sowie die Sicherheit von Motorrädern. Hierzu sollen zum Beispiel an Vatertag, 10. Mai, Verkehrssicherheitsberater im Saarland unterwegs sein. Auch wolle die Polizei verstärkt an Schulen oder über die Medien über Gefahren im Straßenverkehr informieren. Allerdings: „Gute Worte reichen nicht aus“, sagte Geisert. So werde die Polizei zum Beispiel die Autobahnen stärker im Blick haben, um Trunkenheitsfahrten zu stoppen. Hintergrund: Viele Autofahrer unter Alkoholeinfluss nutzten Autobahnen derzeit als „Schleichwege“, weil dort seltener kontrolliert werde. Das will die Saar-Polizei jetzt ändern.

Mit dem neuen Konzept wollen die Ordnungshüter auch die Zahl der Verkehrstoten im Saarland verringern. Die war zuletzt drei Mal in Folge gestiegen: von 29 (2014), 31 (2015) und 34 (2016) auf 44 im Jahr 2017. Vor diesem Hintergrund stellte der Landtagsabgeordnete Dennis Lander (Linke) zuletzt eine Anfrage an die Saar-Regierung. Er brachte die gestiegene Zahl der Toten auch mit einem Rückgang der Verkehrskontrollen durch den Stellenabbau bei der Polizei in Zusammenhang.



Eine solche Kausalität sei „aufgrund forschungsmethodischer und ethischer Problemstellungen“ nicht verifizierbar, heißt es in der Antwort der Landesregierung. Allerdings geht aus den mitgelieferten Zahlen durchaus hervor, dass die Verkehrskontrollen seit 2012 zurückgegangen sind. Nahm die Landespolizei 2012 noch 3162 stationäre Geschwindigkeits- und Abstandsmessungen vor, waren es 2017 nur noch 2787. In den Jahren 2015 (2066) und 2016 (2198) waren es sogar noch deutlich weniger.

Noch deutlicher sind die Verkehrskontrollen an den Karnevalstagen zurückgegangen: Nahm die Landespolizei 2012 noch 4696 Fahrzeuge unter die Lupe, waren es 2017 nur noch 2734. Allgemeinere Daten über die Zahl der Verkehrskontrollen liegen der Landesregierung nach eigenen Angaben nicht vor.

Die Zahl der Beschäftigten bei der Verkehrspolizei ging nach Angaben der Landesregierung von 147 im Jahre 2012 auf 126 im Jahre 2017 zurück. Nun will die Polizei nach Ostern ihre Kräfte bündeln, um auch mit weniger Personal für mehr Verkehrssicherheit sorgen zu können.

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