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Reich der Mitte
China will nun auch die Zwei-Kind-Politik aufgeben

Sein Reich der Mitte brauccht mehr Nachwuchs: Xi Jinping, Präsident der Volksrepublik China.
Sein Reich der Mitte brauccht mehr Nachwuchs: Xi Jinping, Präsident der Volksrepublik China. FOTO: dpa / Andy Wong
Peking. Als Reaktion auf seine rapide alternde Gesellschaft erwägt China die Aufhebung der Zwei-Kind-Politik. Der Entwurf für ein neues Zivilgesetzbuch, der diese Woche dem Ständigen Ausschuss des Volkskongresses vorgelegt worden sei, enthalte keine Regelungen zur Familienplanung mehr, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua gestern. dpa

Damit werde der „sich ändernden demografischen Situation“ Rechnung getragen.


Wird der Gesetzestext wie vorgesehen 2020 verabschiedet, müssten bis spätestens dann sämtliche Beschränkungen aufgehoben werden, hieß es. Wegen seiner alternden Gesellschaft hatte China bereits vor drei Jahren das Ende der Jahrzehnte andauernden Ein-Kind-Politik verkündet. Seitdem dürfen Eltern zwei Kinder bekommen. Dieser erste Schritt führte allerdings nicht zu dem erhofften Baby-Boom. Angesichts hoher Mieten und teurer Schulen fürchten viele Paare, dass sie sich kein zweites Kind leisten können. 2017 ging die Zahl der Neugeborenen von 17,9 auf 17,2 Millionen zurück. Laut einer Statistik der Weltbank bekommt eine Chinesin durchschnittlich 1,6 Kinder – zu wenig, um die Bevölkerung stabil zu halten. Kritiker bemängeln, dass die Lockerung nun zu spät kommt.