| 21:06 Uhr

CDU Saar lässt Lafontaine jetzt links liegen

Saarbrücken. Drei Monate vor der Landtagswahl am 30. August hat Saar-Ministerpräsident Peter Müller (CDU, Foto: bub) einen Strategie-Wechsel angekündigt: Der Wahlkampf könne nicht auf ein Duell mit dem Spitzenkandidaten der Linken, Oskar Lafontaine (Foto: dpa), "reduziert" werden, sagte er der "Financial Times"

Saarbrücken. Drei Monate vor der Landtagswahl am 30. August hat Saar-Ministerpräsident Peter Müller (CDU, Foto: bub) einen Strategie-Wechsel angekündigt: Der Wahlkampf könne nicht auf ein Duell mit dem Spitzenkandidaten der Linken, Oskar Lafontaine (Foto: dpa), "reduziert" werden, sagte er der "Financial Times".


Müller sieht sich durch zwei Entwicklungen überrascht: "Zum einen hat die Linkspartei in der Krise keine Konjunktur. Zum anderen ist bei Lafontaine der Lack ab, und zwar in einem höheren Maße, als ich selbst gedacht habe", so der CDU-Politiker. Lafontaine liege in Umfragen nach dem bevorzugten Regierungs-Chef hinter dem SPD-Kandidaten Heiko Maas (Foto: dpa) abgeschlagen auf Platz drei. SPD-Generalsekretär Reinhold Jost meinte, nach vielen Wochen habe Müller endlich gemerkt, "dass er dem falschen Gegner hinterhergelaufen" sei.

Unterdessen haben gestern in einer so genannten Elefantenrunde beim SR-Hörfunk die Spitzenkandidaten der Parteien über die politische Zukunft des Saarlandes gestritten. Müller verteidigte dabei die Positionen der Landesregierung in der Wirtschaftspolitik. Maas warf der Union vor, in den vergangenen Jahren "nur von der guten Konjunktur gelebt" zu haben. Lafontaine sagte, die Saar-CDU habe vor allem von den Entscheidungen aus seiner Regierungszeit in den Jahren 1985 bis 1998 profitiert.



Zu einem heftigen verbalen Schlagabtausch kam es, als Lafontaine CDU-Chef Müller vorwarf, seine Partei habe sich ausdrücklich für die Schaffung eines Niedriglohnsektors ausgesprochen - mit 30-prozentigen Lohnabschlägen. Müller konterte darauf hin mit der Feststellung "Lügner". Diese Fakten müsse man ihm erst einmal beweisen. SZ-Recherchen ergaben, dass ein entsprechender Leitantrag auf dem Dillinger Landesparteitag 2003 verabschiedet wurde. gp/dpa