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GdP-Chef Porzel gegen Legalisierung
„Cannabis ist und bleibt eine sehr gefährliche Droge“

Saarbrücken. Genau wie das Gesundheitsministerium lehnt Saar-GdP-Chef Porzel die Legalisierung ab. Einfache Konsumenten sollten aber nicht kriminalisiert werden. Von Pascal Becher
Pascal Becher

Im Saarland sorgt der Cannabis-Vorstoß des Bundes Deutscher Kriminalbeamter (BdK)  für eine kontroverse Debatte. Gerade in der Politik. Während sich beispielsweise die Linken hinter den BDK stellten, kritisierte der Staatssekretär Stephan Kolling, der Drogenbeauftragte der Landesregierung, den Verband. Er hält „Besitz und Handel mit Cannabis zu legalisieren für den falschen Ansatz“. Der dauerhafte Konsum habe unbestritten negative gesundheitliche Auswirkungen. „Ich lehne eine unkontrollierte Freigabe ab.“ Anders als der BdK vertraut der CDU-Politiker im Kampf gegen illegale Drogen dem bestehenden System: Es sei „zielführend und intelligent“.


Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) reagierte „durchaus irritiert“ über die rigorose Freigabe-Forderung des  Kriminalbeamten-Bundes. „Cannabis ist und bleibt eine sehr gefährliche Droge. Ein problematisches Konsumverhalten schön zu reden, indem man es mit der noch schlimmeren Droge Alkohol vergleicht, bringt nichts“, sagte GdP-Vorsitzender Ralf Porzel. Er ist dennoch für eine Entkriminalisierung einfacher Konsumenten. Wer mal einen Joint rauche, müsse nicht zwingend in einer Kriminalstatistik auftauchen. „Da reicht auch mal eine Ordnungswidrigkeit und Auflagen.“ Das würde auch die Polizei entlasten. Drogendealer sollten hingegen konsequenter verfolgt und härter bestraft werden als bisher. Auch sollte mehr Zeit und Geld in Drogen-Prävention und damit auch in die Aufklärung über „die schädliche Wirkung von Canna­bis“ gesteckt werden.

Im Saarland kam es laut Kriminalstatistik 2016 zu 2864 Rauschgiftdelikte und damit ein Viertel mehr als im Vorjahr. Davon standen 1250 Vorfälle im Zusammenhang mit Cannabis, viele im Bereich Besitz und Konsum. 624 Tatverdächtige waren unter 21 Jahren.