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Bundestagsvizepräsident
AfD-Kandidatin scheitert bei Wahl

AfD-Frau Mariana Harder-Kühnel wurde nicht gewählt.
AfD-Frau Mariana Harder-Kühnel wurde nicht gewählt. FOTO: dpa / Carsten Koall
Berlin. Mariana Harder-Kühnel fällt als Bundestags-Vize durch. Im Dezember soll noch einmal gewählt werden. dpa

Die AfD ist erneut mit dem Versuch gescheitert, einen ihrer Abgeordneten zum Vizepräsidenten des Bundestags wählen zu lassen. Mariana Harder-Kühnel erhielt gestern im ersten Wahlgang in geheimer Abstimmung 223 von 654 abgegebenen Stimmen. 387 Abgeordnete votierten gegen sie. Die AfD kündigte an, die 44 Jahre alte Rechtsanwältin in einen zweiten und dritten Wahlgang zu schicken.


Als erster AfD-Kandidat war Albrecht Glaser in drei Wahlgängen durchgefallen. Er war vor allem wegen Äußerungen zum Islam kritisiert worden. Glaser hatte den Muslimen in Deutschland das Recht auf Religionsfreiheit abgesprochen.

Harder-Kühnel gehört zu den eher gemäßigten Mitgliedern der AfD-Fraktion. Sie ist bisher eine der Schriftführerinnen im Bundestag und Mitglied im Familienausschuss. „Es hat jetzt im ersten Wahlgang nicht ganz gereicht, aber wir haben ja noch mindestens zwei Wahlgänge vor uns“, sagte Harder-Kühnel nach der Abstimmung. „Ich denke, dass ich letztendlich auch gewählt werde.“ Ein zweiter Wahlgang solle im Dezember stattfinden, einen dritten könnte es im Januar geben, kündigte AfD-Fraktionschef Alexander Gauland an. Seine Co-Vorsitzende Alice Weidel sagte: „Uns diesen Sitz des Bundestagsvizepräsidenten weiter zu verweigern, ist ein Unding, was wir auch nicht länger hinnehmen werden.“