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Boxerin gegen Kickerin - auf beide ist Verlass

Frau Halmich, Frau Müller, morgen ist Bundespräsidentenwahl. Wie ist Ihre Gemütslage? Halmich: Noch bin ich ganz entspannt und freue mich einfach, mit so einer wichtigen Aufgabe betraut zu werden. Müller: Ich bin schon aufgeregt, weil man ja nicht jeden Tag einen neuen Präsidenten wählt. Auch ich freue mich einfach darauf

Frau Halmich, Frau Müller, morgen ist Bundespräsidentenwahl. Wie ist Ihre Gemütslage?


Halmich: Noch bin ich ganz entspannt und freue mich einfach, mit so einer wichtigen Aufgabe betraut zu werden.

Müller: Ich bin schon aufgeregt, weil man ja nicht jeden Tag einen neuen Präsidenten wählt. Auch ich freue mich einfach darauf.



Warum werden Sie Horst Köhler wählen, Frau Halmich?

Halmich: Horst Köhler benennt die Themen, die die Bürger wirklich bewegen. Er bringt sie klar und deutlich auf den Punkt. Das macht ihn manchmal auch unbequem. Mit seiner Aussage: "Die Krise ist keine Kulisse für Schaukämpfe. Sie ist Bewährungsprobe für die Demokratie insgesamt", hat er mir aus der Seele gesprochen. Er gibt sich nicht volksnah, er ist es.

Sie werden für Gesine Schwan stimmen, Frau Müller. Weshalb?

Müller: Ich habe der SPD schon immer nahe gestanden. Aber vor allem glaube ich, es ist einfach mal an der Zeit, dass eine Frau Staatsoberhaupt wird.

Hofft jemand von Ihnen, dass es Abweichler geben wird, die anders wählen werden?

Halmich: Grundsätzlich kann ich mir so etwas vorstellen. Nicht jeder Mensch fühlt sich ja auch seinem Gewissen verpflichtet. Das hat uns die Geschichte leider oft genug gelehrt.

Müller: Es ist ja auch eine geheime Wahl, also weiß man nicht, wer wen wählt. Vorkommen kann also alles, deswegen sollte man das nicht ausschließen.

Ist auf Sie denn Verlass?

Halmich: Selbstverständlich.

Müller: Ja. Auch wenn der letzte Spieltag der Fußball-Bundesliga ist und ich leider nicht in Wolfsburg dabei sein kann - was mir im Herzen wehtut.

Wie sind Sie überhaupt in den erlauchten Kreis derer, die wählen dürfen, geraten?

Halmich: Ich bin von der Landtagsfraktion der CDU Baden-Württemberg nominiert worden. Bei verschiedenen öffentlichen Veranstaltungen in meiner Heimatstadt wurde ich gefragt, ob ich zur Verfügung stehen würde.

Müller: Ich bin in der Kommunalpolitik für die SPD engagiert. Und dann wurde ich gefragt, ob ich mir vorstellen könne, in Berlin den Bundespräsidenten zu wählen. Da habe ich natürlich ja gesagt.

Es gibt ja immer wieder Stimmen, die fordern, den Bundespräsidenten direkt vom Volk wählen zu lassen. Was halten Sie beide von diesem Vorschlag?

Halmich: Ein interessanter Gedanke, aber in meinen Augen nicht umzusetzen. Wählbar ist ja jeder Deutsche, der das Wahlrecht zum Bundestag besitzt. Wie mag da wohl eine Liste aussehen; und wie sollen die Wählerinnen und Wähler die Haltung dieser Kandidaten beurteilen können? Die Wahlbeteiligungen bei den Bundestagswahlen und bei Kommunalwahlen - an die Europawahlen mag ich noch nicht einmal denken - zeugen ja nicht gerade von hohem Bürger-Engagement, eher von Verdrossenheit.

Müller: Ich finde schon, dass man die Bürger mehr einbeziehen muss in politische Entscheidungen. Das bedeutet aber zugleich, dass sich die Menschen mehr für Politik interessieren müssen. Da habe ich so meine Zweifel.