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„Billigtickets sagen nichts über Sicherheit aus“

Die Airlines stehen unter erheblichem Spardruck. Bei der Erneuerung der Technik würden daher zeitliche Grenzen öfter ausgereizt als früher, sagt Jörg Handwerg, Sprecher der Pilotenvereinigung Cockpit im Gespräch mit SZ-Korrespondent Hagen Strauß.

Ist Fliegen so sicher, wie behauptet wird?

Handwerg: Ja. Ohne die Katastrophe verharmlosen zu wollen, es gibt einen Unterschied zwischen objektiver und wahrgenommener Sicherheit. Nach so einem Vorfall ist die Verunsicherung also erheblich größer. Obwohl es im Straßenverkehr eindeutig gefährlicher ist.

Aber die Airlines stehen unter erheblichem Spardruck. Wirkt sich dieser Umstand negativ aus?

Handwerg: Ganz generell gilt: Wenn zu wenig Geld im System ist, muss man irgendwo sparen. Und sparen geht halt nicht immer ohne Qualitätsverlust.

Das heißt konkret?

Handwerg: Natürlich gibt es in allen Bereichen Einsparungen. Sei es, dass versucht wird, Druck auf die Piloten auszuüben. Oder dass bei der Technik Dinge eben nicht erneuert werden, weil man noch nicht an der zeitlichen Grenze angelangt ist, dies machen zu müssen. Das reizt man heute mehr aus als früher.

Wird zugleich die Automatisierung im Cockpit zunehmend zur Gefahr?

Handwerg: Es wäre übertrieben zu behaupten, Piloten können nicht mehr fliegen. Man muss aber sagen, das Trainingsvolumen hat in einigen Unternehmen gelitten.

Tickets kosten mitunter 29,90 Euro - welche Folgen hat das?

Handwerg: Ein Billigticket lässt noch keine Schlüsse auf die Sicherheit zu. Alle Airlines bieten Sonderangebote an. Nur: Treibt man es generell in diesem Bereich zum Exzess, kann sich das natürlich negativ auswirken.

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