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Streit
Bildungsministerin eckt mit Aussagen zu Homo-Ehe an

Berlin. (kna) Nach ihren Äußerungen zur Homo-Ehe ist Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) heftig kritisiert worden – selbst innerhalb der Regierung. Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) widersprach ihrer Kabinettskollegin, ebenso Linke und Grüne. kna

Die Lebensbedingungen von Kindern mit gleichgeschlechtlichen Eltern für nicht ausreichend erforscht zu halten, sei „ärgerliche Realitätsverweigerung“, sagte die Linke Doris Achelwilm den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Es sei durch Wissenschaft und Gesellschaft ausreichend belegt, dass es diesen Kindern nicht schlechter gehe als anderen. Auch Karliczeks Aussage, die sogenannte Ehe für alle sei im Bundestag nicht ausreichend debattiert worden, treffe nicht zu. Diesen Beschluss habe die Bundesregierung nur fassen können, „weil die Mehrheit der Bevölkerung längst dafür war“.


Grünen-Politiker Sven Lehmann sagte, Kinder aus sogenannten Regenbogenfamilien litten unter „diskriminierenden Äußerungen wie die der CDU-Bildungsministerin“.

Karliczek hatte die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare kritisiert. „Ich glaube, so, wie wir es gemacht haben, war es nicht richtig“, hatte die CDU-Politikerin in einem Interview mit ntv gesagt. Die Ministerin forderte Langzeitstudien zum Wohlergehen von Kindern, die in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften aufwachsen. Ihr Eindruck sei, dass Kinder zu leiden hätten. Die AfD lobte Karliczek für ihre Worte.