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Berlin warnt: Terrorgefahr weiterhin hoch

Bremen/Berlin. Erst Dresden, dann Braunschweig, jetzt Bremen: In Deutschland geht die Terrorangst um. Das Innenministerium sieht eine „hohe Gefährdung“ der inneren Sicherheit. dpa/kna/epd

Zum dritten Mal innerhalb von sechs Wochen hat eine Terror-Warnung eine deutsche Großstadt in Angst und Schrecken versetzt. Nach Hinweisen auf einen unmittelbar bevorstehenden Anschlag in Bremen lösten die Sicherheitsbehörden am Wochenende einen Großeinsatz mit Razzien und Festnahmen aus. "Die Hinweise waren so konkret, dass wir einen Anschlag nicht mehr ausschließen konnten", betonte Innensenator Ulrich Mäurer. Die Polizei zeigte verstärkt Präsenz, teilweise waren die Beamten mit Maschinenpistolen ausgerüstet.

Die Anti-Terror-Aktion richtete sich vor allem gegen einen libanesischen Salafisten, der unter dem Verdacht des illegalen Waffenhandels steht. Der 39-Jährige und ein weiterer Mann wurden festgenommen, beide befinden sich aber wieder auf freiem Fuß. Sie seien jedoch noch nicht außer Verdacht, hieß es.

Bereits im Januar waren in Dresden öffentliche Versammlungen verboten worden, weil eine Bedrohung im Zuge der Pegida-Demonstrationen vermutet wurde. In Braunschweig wurde vor zwei Wochen ein großer Karnevalsumzug abgesagt. Die Polizei sprach seinerzeit von "einer konkreten Gefährdung durch einen Anschlag mit islamistischem Hintergrund".

Gestern erklärte das Bundesinnenministerium, dass Deutschland nach wie vor im Fokus des dschihadistischen Terrors stehe. Daraus resultiere eine "hohe Gefährdung", die jederzeit in Form von Anschlägen real werden könne. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) forderte, den Ernst der Lage nicht zu verkennen. "Die Politiker sollen aufhören, von einer abstrakten Terrorgefahr zu reden. Deutschland ist zweifelsohne im Visier. Die Warnungen werden immer häufiger und konkreter", sagte GdP-Chef Oliver Malchow.

Ähnlich äußerte sich der CDU-Innenexperte Wolfgang Bosbach . Deutschland werde sich "auf längere Zeit auf erhebliche Herausforderungen für die Sicherheitsbehörden" einstellen müssen, sagte er. Auch die Deutsche Polizeigewerkschaft geht davon aus, dass sich Deutschland "an Terrorlagen wie diese gewöhnen" müsse. > , Meinung