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„Es wird daraus immer ein großes Drama gemacht“

Sieglinde Kraemer ist Vorsitzende des Verbandes der Geflügelhalter im Saarland. Über die Forderung der Grünen nach einem Verbot der massenhaften Tötung männlicher Küken sprach sie mit SZ-Redakteur Thomas Schäfer.

Was sagen Sie zu der Praxis, dass in Deutschland täglich tausende männliche Küken getötet werden?



Kraemer: Es wird daraus immer ein großes Drama gemacht. Es ist aber nicht so, dass die Tiere weggeschmissen oder geschreddert werden. Sie werden mit Kohlendioxid getötet, das ist nach dem Tierschutzgesetz zulässig, weil es so gemacht wird, dass die Tiere keine Schmerzen haben. Dann werden sie als Ganzes eingefroren und als Futter europaweit verkauft.

Gibt es keine Alternativen?



Kraemer: Wenn man die Küken nicht mehr hätte, müsste man Mäuse und Ratten oder kleine Kaninchen züchten, um die dann in den Zoos oder Tierparks zu verfüttern, zum Beispiel an Greifvögel. Die brauchen jeden Tag Futter, um zu überleben. Das ist der Lauf der Natur.

Gibt es diese Massentötungen auch im Saarland ?



Kraemer: Nein, im Saarland ist das keine Thema, da es keine Brütereien gibt. Es gibt zum Beispiel welche in Hessen oder Nordrhein-Westfalen. Diese Brütereien werden behandelt wie Futtermittelhersteller , sie müssen alle Vorschriften genau einhalten und dokumentieren.

Die Grünen fordern auch eine züchterische Weiterentwicklung hin zum Zweinutzungshuhn: Die Hennen legen die Eier, die männlichen Küken sollen gemästet werden. Was halten Sie davon?

Kraemer: Mein Betrieb ist überhaupt nicht auf die Mast ausgerichtet. Früher hat jeder alles gemacht, das ist heute anders. Eine Doppelnutzung kann ich nur machen, wenn ich einen kleinen Hof besitze mit ein paar Hundert Hühnern. Nur bekomme ich von 200 Hühnern die Leute nicht satt, wir haben im Moment 50 000 Legehennen.