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Kommentar
Ein überfälliger Schritt

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Das ist der „European way of life“: Bei neuen Technologien ist die EU vorsichtiger als anderswo. Während etwa in den USA bereits autonom fahrende Fahrzeuge unterwegs sind (und gelegentlich verheerende Unfälle verursachen), geht die EU lieber auf Nummer sicher. Von Markus Grabitz

Damit vergeht aber viel Zeit. Die Autohersteller in Japan und USA haben seit Jahren die Möglichkeit, ihr Können beim autonomen Fahren im echten Fahrbetrieb zu testen. Unternehmen wie Daimler, VW, Bosch und Siemens sind bei der Technologie häufig mindestens genauso weit, können sie aber bislang auf dem EU-Binnenmarkt nicht vollends zur Anwendung bringen.


Das soll zum Glück bald anders werden: Mit dem neuen Rechtsakt der EU erhalten alle Beteiligten endlich Rechtssicherheit. Und sie bekommen sogar noch ein Stück mehr: nämlich die Garantie, dass die Systeme nicht von Cyberkriminellen gehackt werden können. Die Mühlen der EU mahlen langsamer, dafür aber gründlicher.

Es ist überfällig, dass die EU bei der Regulierung des autonomen Fahrens voran kommt. Bis Autofahrer eines Tages Zeitung lesen können, während ihre Fahrzeuge automatisch gesteuert werden, dürften aber vermutlich noch Jahrzehnte vergehen.