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Studie zu Deutschland
Ausländerfeindlichkeit nimmt zu

55 Prozent der Bundesbürger haben inzwischen Vorbehalte gegen muslimische Mitbürger.
55 Prozent der Bundesbürger haben inzwischen Vorbehalte gegen muslimische Mitbürger. FOTO: dpa / Ralf Hirschberger
Berlin. Eine Studie der Universität Leipzig macht Unterschiede zwischen Ost und West aus. dpa

(dpa) Ausländerfeindliche Einstellungen nehmen in Deutschland zu. Laut einer Studie der Universität Leipzig vertritt inzwischen fast jeder dritte Bürger (24,1 Prozent) solche Positionen. 2016 waren es noch 20,4 Prozent. Im Osten stimmt aktuell fast jeder Zweite (47,1 Prozent) Aussagen wie „Ausländer nutzen den Sozialstaat aus“ zu. Eine klar rechtsextreme Weltsicht haben sechs Prozent der Bundesbürger. Das ist mehr als in den vergangenen vier Jahren, aber weniger als bei der ersten Befragung im Jahr 2002 (9,7 Prozent).


Während antisemitische Einstellungen im Vergleich zu 2016 leicht zurückgegangen seien, habe sich vor allem die Abwertung von Muslimen sowie von Sinti und Roma in der Gesellschaft verfestigt, stellen die Autoren der repräsentativen Studie „Flucht ins Autoritäre“ fest, die gestern vorgestellt wurde. Demnach stimmt inzwischen bundesweit mehr als die Hälfte der Bevölkerung (55 Prozent) der Aussage zu „Durch die vielen Muslime hier fühle ich mich manchmal wie ein Fremder im eigenen Land“. 2015 lag der Wert bei 50 Prozent, 2014 bei 43. Dabei äußerten sich 55 Prozent der Menschen, die AfD wählen würden, wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre, ausländerfeindlich. Unter den Anhängern von Union und SPD waren es 22 Prozent, vor FDP (18) Linkspartei (15) und Grünen (11). 13,1 Prozent der Befragten, die bei der „Wahlpräferenz“ die AfD nannten, befürworten eine rechtsautoritäre Diktatur. Unter den Wählern der Unionsparteien äußerten 2,3 Prozent derartige Ansichten, bei den FDP-Anhängern waren es 4,3 Prozent, bei Linken, Grünen und SPD je unter zwei Prozent.

Insgesamt gilt laut Studie: Je weniger Ausländer in einer Region lebten, desto stärker seien dort „Überfremdungsängste“.