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Berlin
Asselborn hält EU-Außengrenzen für nicht schützbar

Jean Asselborn, Außenminister von Luxemburg
Jean Asselborn, Außenminister von Luxemburg FOTO: dpa / Virginia Mayo
Berlin. Der luxemburgische Außenminister Jean Asselborn hat in der Migrationspolitik vor überzogenen Erwartungen an einen Schutz der EU-Außengrenzen gewarnt. „Selbst wenn wir die stärkste Armee der Welt hätten, Europas Außengrenzen zu sichern, das ist eine Sache der Unmöglichkeit“, sagte er am Freitag dem Bayerischen Rundfunk.

Eine krisenfeste Immigrationspolitik könne nur mit Solidarität funktionieren.


Europa müsse auch weiterhin in der Lage sein, schutzbedürftige Menschen aufzunehmen, sagte Asselborn und verwies auf die Genfer Flüchtlingskonvention. Es gebe auch im Jahr 2018 Menschen auf der Welt, die politisch verfolgt würden. „Wenn einer an die Tür Europas klopft, dann kann er nicht einfach abgewiesen werden, er muss in eine Prozedur kommen“, sagte Asselborn.

In der Frage der Solidarität sei seit 2015 zu wenig passiert. „Wenn 2018 oder 2019 wieder solche Flüchtlingswellen nach Europa kommen würden, wären wir anders gerüstet? Leider muss ich sagen, dass sich fundamental nichts geändert hat, weil wir es seit 2015 nicht fertiggebracht haben, die Solidarität und das Gemeinschaftliche zu konkretisieren“, so der Außenminister Luxemburgs weiter.