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Kommentar
Argumente sind am Ende immer die besseren Tricks

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Die Jusos schaffen derzeit Bemerkenswertes. Sie geben der schon zu lange schwankenden SPD Glaubwürdigkeit zurück. Ganz einfach damit, dass sie das machen, was sie ihren Mitgliedern vor der Bundestagswahl versprochen haben. Damals hieß es: Wir Jusos wollen keine Groko mehr und kämpfen dagegen. Ihre Haltung gegen Schwarz-Rot begründen sie seitdem standhaft und meist sachlich, selbst gegen zunehmend persönlicheren Anfeindungen. Die Jusos müssen jetzt aber aufpassen, dass sie ihre Ideale nicht verkaufen. Beispielsweise mit schmutzigen Tricks wie Schnupper-Partei-Mitgliedschaften, nur um ein Nein bei der finalen Groko-Abstimmung zu erzwingen. Von Pascal Becher
Pascal Becher

Die Jungsozialisten sollten stattdessen weiter fair mit Argumenten kämpfen. Auch wenn sie so am Ende vielleicht nicht Schwarz-Rot verhindern. Aber die Partei gewinnt weiter an Profil. Zudem haben die Jusos schon jetzt etwas erreicht. Seit dem knappen Ja-Votum zu neuen Groko-Gesprächen auf dem Delegierten-Tag ist allen in den Parteispitzen von SPD und Union klar, dass sie mehr abliefern müssen als bei den Sondierungen. Sonst schafft es das Papier nicht durch den Mitgliederentscheid.