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Mehr politischen Interesse
Ansporn für Groko-Verhandler

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Im Grunde kann es nicht überraschen, dass die Deutschen sich derzeit besonders großes Interesse an Politik bescheinigen. Schon die Wahlbeteiligungen des vergangenen Jahres zeigen, dass die Menschen es derzeit als relevant ansehen, was in den Hauptstädten Deutschlands und der Welt entschieden wird. Von Ulrich Brenner
Ulrich Brenner

Das ist zunächst positiv, hat aber zwei Kehrseiten. Das Interesse ist ein Reflex auf die objektiv größeren Probleme in Europa und der Welt, auf Krisen, deren Folgen uns nach Jahrzehnten der Stabilität auch hier treffen können. Und die Politisierung kommt auch dem politischen Rand zugute, weil Menschen, die für ihre echten oder vermeintlichen Sorgen in Zeiten der Groko nicht mehr Gehör fanden, dort für sich ein Angebot sehen. Dieses Interesse so aufzufangen, dass auch die politische Mitte profitiert, ist eine große Aufgabe für die klassischen Parteien – und sollte ein Hinweis an Union und SPD bei ihren Groko-Verhandlungen sein: Die Bürger kümmert es, was Ihr da tut.