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Angriff auf eine Hoffnung

Meinung:Angriff auf eine Hoffnung


Von SZ-Redakteur Ulrich Brenner

In der Kette menschenverachtender Morde von IS und verbündeter Gruppen hat die Bluttat von Tunis politisch eine besondere Qualität. Anschläge auf Touristen treffen Reise-Länder wie Tunesien auch ökonomisch ins Mark. Ägypten litt lange unter den Folgen des Massakers auf Museumsbesucher im Jahr 1997 , wie auch Tunesien nach dem Anschlag auf überwiegend deutsche Besucher der Synagoge von Djerba 2002. Dass jetzt erneut Tunesien ins Visier gerät, ist bitter, aber nicht überraschend. Es ist das einzige Beispiel, dass der arabische Frühling auch etwas anderes als Chaos, radikal-islamistische Herrschaft oder Restauration alter Autoritäten hinterlassen hat. Es wird diese Hoffnung auf ein islamisch geprägtes, aber tolerantes Staatswesen sein, die Ziel der Terroristen war. Wir sollten alles tun, Tunesien so zu stützen, dass es sich als Modell für die Region weiter entwickeln kann.