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ADAC: Spritpreis wird weiter sinken

Berlin/Saarbrücken. Der kräftige Ölpreisverfall macht sich mehr und mehr an der Tankstelle bemerkbar. Der ADAC rechnet damit, dass Benzin noch billiger wird. Hagen Strauß

Autofahrer können sich freuen. Die Spritpreise in Deutschland werden nach Ansicht des ADAC weiterhin sinken. Tanken wird damit nach jahrelangen Höchstständen wieder spürbar billiger. Im Vergleich zur Vorwoche ist nach einer Auswertung des Automobilclubs der Preis für einen Liter Super E10 im bundesweiten Durchschnitt um 3,7 Cent auf 1,363 Euro gesunken. Auch der Preis für einen Liter Diesel lag mit 1,22 Euro um 2,2 Cent niedriger als vergangene Woche. "Gerade die Benzinpreise haben noch Luft nach unten", sagte der ADAC-Kraftstoffexperte Jürgen Albrecht unserer Zeitung. Er ist sicher: "Es wird weiter billiger werden an den Tankstellen ." Die Autofahrer sollten dennoch sparsam fahren und Preise vergleichen: "Die Anbieter unterscheiden sich da deutlich."

Laut Albrecht sind die sinkenden Spritpreise vor allem darauf zurückzuführen, dass sich das Preisniveau von Rohöl deutlich reduziert hat. Rohöl ist aktuell so billig wie zuletzt vor mehr als sechs Jahren. Außerdem dränge der Iran wieder auf den Weltmarkt, und der Euro sei in den vergangenen Tagen stärker geworden. "Das alles wirkt sich positiv für die Autofahrer aus." Auf mittlere Sicht gebe es keine Anzeichen dafür, dass der Rohölpreis wieder steige. "Die Zeiten, in denen eine Eskalation im Nahen Osten dazu geführt hat, sind momentan vorbei", betonte Albrecht.

Zugleich wies er auf Studien hin, wonach am späten Nachmittag und frühen Abend die niedrigsten Preise an den Tankstellen bezahlt werden müssen. Dahinter würden "betriebswirtschaftliche Analysen" der Anbieter stecken. Darüber hinaus gebe es teils erhebliche regionale Unterschiede. "In Städten ist der Wettbewerb deutlich intensiver als in ländlichen Räumen." Unlängst hatte eine Untersuchung des ADAC ergeben, dass die Spritkosten in den südlichen Bundesländern höher sind - besonders im Saarland. Nirgendwo sonst mussten die Autofahrer an der Tankstelle tiefer in die Tasche greifen.